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Ordensklinikum Linz

Keine Chance für Infektionen: Die Krankenhaushygiene

Datum: 02.11.2020

#teamordensklinikum

Abstand halten, regelmäßig für 30 Sekunden gründlich Hände desinfizieren, wenn nötig auch waschen - die wichtigsten Grundregeln des Hygiene-ABCs zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten haben durch die Coronakrise wohl schon den Weg in unser Bewusstsein gefunden. Im Krankenhaus stehen penibelste Hygienevorschriften aber nicht erst seit Corona an der Tagesordnung. Unsere Hygieneteams arbeiten täglich daran, Infektionen vorzubeugen, potentielle Infektionserreger zu erfassen und ihre Ausbreitung zu verhindern – ein fundamentales Standbein des Systems Krankenhaus.

„Unsere Hauptaufgabe ist die Infektionsprävention und somit der Schutz unserer Patienten, Mitarbeitenden und Besucher sowie aller Angehörigen“, sagt Marieluise Einfalt, Leiterin der Stabstelle für Krankenhaushygiene am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Die Abteilung ist in das Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin eingegliedert, dem Prim.a Univ.-Prof.in Dr.in Petra Apfalter vorsteht. „Das Wort Hygiene stammt aus dem Griechischen – ‚hygieinos‘ bedeutet so viel wie ‚Gesunderhaltung‘. Daran arbeiten wir täglich“, erklärt Norbert Denkmayr, der mit OA Dr. Rainald Pree das Hygieneteam bei den Barmherzigen Schwestern leitet.

Hygieneteams


Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Hygieneteams arbeiten präventiv. Sie setzen also alles daran, Infektionen rechtzeitig zu erfassen und deren Ausbreitung zu verhindern. Ihr Tagesgeschäft ist es unter anderem, was sichere Arbeitsabläufe im Spital ermöglicht und Patienten, wie auch Mitarbeiter vor nosokomialen Infektionen schützt: „Alle klinischen Abteilungen schicken täglich Proben ans mikrobiologische Labor. Die Analysebefunde kommen per Mail zu uns und wir filtern diese auf sogenannte hygienerelevante Erreger. Das sind resistente bakterielle Erreger oder höchstkontagiöse Viren, wie zum Beispiel Influenza- oder Noroviren“, erklärt Marieluise Einfalt ihre tägliche Arbeit. Finden sich solche Erreger in Proben, werden umgehend weitere hygienische Maßnahmen im Umgang mit den betroffenen Patienten getroffen, um einer Ausbreitung vorzubeugen.

Darüber hinaus sind die Hygieneteams auch in technische Agenden wie Bauvorhaben und die Anschaffung neuer Geräte eingebunden, und sind auch Ansprechpartner für alle Abteilungen des Ordensklinikums: „Wir verstehen uns als Serviceabteilung für das ganze Krankenhaus“, erläutert Norbert Denkmayr. „Uns ist wichtig, dass alle Abteilungen wissen: Die Hygieneteams unterstützen gerne!“

 

Vom Desinfektionsmittelspender bis zur Prosektur

Neben der täglichen Kontrolle von Laborproben sind noch eine Reihe anderer Aufgaben unerlässlich für eine professionelle und nachhaltige Infektionsprävention – es gibt quasi keinen Arbeitsbereich im Krankenhaus, in den die Hygiene nicht involviert ist. Genau so vielfältig sind auch ihre Aufgaben: „Ganz grob kann man unsere Tätigkeitsbereiche in Infektionskontrolle, in technische Hygiene und in Schulungs- bzw. Beratungstätigkeiten einteilen“, erklären Marieluise Einfalt und Norbert Denkmayr. Die Hygieneteams beraten beispielsweise beim Einkauf neuer Geräte, bei Baustellen im Krankenhaus (insbesondere beim Staubschutz), sie kontrollieren Anlagen und Geräte auf potentielle Infektionserreger und entnehmen regelmäßig Wasserproben. Auf den klinischen Abteilungen führen sie jährlich mehrere Audits durch und stehen bei Fragen und Anliegen mit Rat und Tat zur Seite. So wird beim Gespräch mit den beiden schnell klar: Vom Desinfektionsmittelspender im Eingangsbereich, bis zur Prosektur – ohne Hygiene geht nix!

  • Beratung: Die Hygieneteams sind beim Einkauf medizinischer Geräte oder bei Bauvorhaben miteinzubeziehen – das ist im Krankenanstaltengesetz so geregelt. „Bei Baustellen entsteht eine vermehrte Staub- und Schmutzentwicklung. Das Wohlbefinden der Patienten kann beeinträchtigt werden. Denn Staubpartikel sind Träger von Mikroorganismen, was ein erhöhtes Infektionsrisiko bedeutet, speziell für immunsupprimierte Personen“, erklären die beiden Hygienefachkräfte. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen helfen sie, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen. Hygienerelevante Fragen zur Raumplanung und -ausstattung werden ebenfalls im Zuge von Umbauten mit den Hygieneteams besprochen.

  • Mikrobiologische Überwachung von Geräten und Anlagen: Darüber hinaus kontrollieren die Teams der Krankenhaushygiene sämtliche medizinische Geräte und Anlagen auf potentielle Infektionserreger. Dazu gehört etwa die hygienische Überwachung der Raumbelüftungsanlagen, Wäsche-Waschmaschinen sowie aller Geräte zur maschinellen Reinigung und Desinfektion, flexibler Endoskope sowie Desinfektionsmitteldosiergeräten. Zudem werden laufend Proben von Kaltwasser, Warmwasser und Osmosewasser mikrobiologisch untersucht. Auch die Trinkwasserspender in den Patientenbereichen werden regelmäßigen Kontrollen unterzogen.

  • Arbeitsablaufbeobachtung: Unsere Hygieneteams führen regelmäßige „Abteilungsaudits“ durch. Diese verlaufen interdisziplinär – mit Teilnahme von Arzt und Hygienefachkraft. Jede Abteilung und Ambulanz nimmt im 3-Jahres-Intervall an einem solchen Audit teil. Risikobereiche werden hingegen jährlich auditiert. Im Rahmen dieser Besuche werden Arbeitsprozesse besprochen und die Umsetzung hygienerelevanter Maßnahmen wird evaluiert. Nach der Begehung erfolgt ein Feedback an die jeweilige Abteilung, gegebenenfalls wird ein zusätzlicher Termin vereinbart. „Es ist uns wichtig, mit allen Abteilungen eine gute Basis der Zusammenarbeit zu schaffen. Schließlich wollen wir unterstützen, nicht kontrollieren“, betonen Marieluise Einfalt und Norbert Denkmayr.

  • Schulungen und Vorträge: Auch Schulungen und Vorträge sind fixer Bestandteil der Arbeit unserer Hygieneteams. So wird etwa Turnusärzten, Famulierenden, neuen Mitarbeitern oder auch Studierenden der FH Gesundheitsberufe OÖ Grundlegendes der Krankenhaushygiene nähergebracht. Bereits seit 20 Jahren veranstalten die Hygieneteams des Ordensklinikums Linz und der Barmherzigen Brüder jährlich die gemeinsame Tagesfortbildung „Hygiene aktuell“.
    Zu besonderen Anlässen wie dem internationalen Tag der Händehygiene überraschen sie die Kolleginnen und Kollegen auch gerne mit süßen Aufmerksamkeiten.