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Ordensklinikum Linz

„In der akuten Phase war ich teilweise von 6 bis 20 Uhr im Krankenhaus!"

Datum: 10.05.2020

#teamordensklinikum

Wie geht es Ihnen im Moment? Wie hoch ist der tägliche Stress-Level?

Im Moment geht es sehr gut und der Stresslevel ist im Sinken. Die vergangenen Wochen waren zeitlich und inhaltlich teilweise durchaus fordernd. Es ist mir aber gelungen, mich zwischendurch zu erholen, und so habe ich die anstrengendste Phase Ende März gut geschafft!

Wie managen Sie Job und Familie bzw. Kinderbetreuung, nachdem Sie in Ihrem Job als Ärztliche Direktorin momentan ja sehr gefordert sind?

In der akutesten Phase der Krise war ich teilweise von 6 bis 20 Uhr im Krankenhaus. Zum Glück hat mein Mann in dieser Zeit von zuhause gearbeitet, sodass die Betreuung unseres Sohnes gut organisiert werden konnte. Er ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse Volksschule. Das Lernen daheim funktioniert mit ihm sehr gut, er ist glücklicherweise sehr wissbegierig. Ich bin wirklich stolz auf ihn, dass er das ohne große Diskussionen so gut macht. Anstrengend war und ist es aber für alle Beteiligten. Ich bewundere alle alleinerziehenden Eltern, die wirklich vor großen organisatorischen Belastungen stehen.

Können Sie der Corona-Krise auch etwas Positives abgewinnen?

Jede Krise kann eine Chance sein. Ich denke, man muss die Situation ohnehin annehmen, wie sie ist, und versuchen, die besten Konsequenzen und Ideen daraus abzuleiten. Ich für meinen Teil habe viele positive Aspekte im Krankenhaus bemerkt, der Zusammenhalt war und ist enorm und es macht viel Freude mit so tollen und lösungsorientierten Menschen zu arbeiten. Es gibt auch im Privaten viele positive Aspekte der Krise, man muss sie nur sehen und zulassen. Für mich völlig neu waren und sind die ruhigen Wochenenden, ohne Freunde und Veranstaltungen. Aus dieser Leere habe ich mir aber eine Zeit für den Garten mitgenommen und ich habe schon viele Kleinigkeiten entdeckt, die mir bis jetzt völlig entgangen sind.

Mit welchem Gefühl schauen Sie in die Zukunft?

Zum Glück bin ich ein eher optimistischer Mensch und schaue daher grundsätzlich neugierig, freudig, aber auch wachsam in die Zukunft. Wir müssen sicher einige Verhaltensmuster umstellen, aber auch hier kann eine Chance liegen. Auf den Urlaub in Österreich freue ich mich zum Beispiel schon, ich habe mir eine gemütliche Zeit mit meiner Familie vorgenommen.

 

Quelle: Oberösterreicherin / Nicole Madlmayr

OÄ Mag. Dr. Elisabeth Bräutigam