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Ordensklinikum Linz

Hüfte aus dem 3D-Drucker erspart den Rollstuhl

Maßgeschneiderte Implantate helfen Patienten, deren Knochensubstanz nicht mehr stabil genug ist.

Manuela Fürtbauer (53) aus Moosbach hatte bereits mehrere Operationen hinter sich. Ein herkömmliches Hüftimplantat  war aufgrund ihrer Knochensubstanz nicht möglich. Also entschied man sich für ein individuell angepasstes Hüftgelenk aus dem 3D-Drucker. Heute ist sie schmerzfrei – und kommt ohne Rollstuhl aus. Diese innovative Individualprothese gibt Patienten mit schweren Knochendefekten neue Hoffnung auf Mobilität. „Ob anlagebedingt, durch Unfall, Tumor oder nach mehrfachen Eingriffen: Wir haben immer wieder Patienten – auch junge – mit so schwerem Knochendefekt, dass herkömmliche Prothesen nicht mehr verankert werden können. Diesen kann nun mit maßgeschneiderten Kunstgelenken viel Leid und Schmerz erspart und die Gehfähigkeit erhalten werden“, sagt Primar Josef Hochreiter, Leiter der Orthopädie und des Endoprothetikzentrums im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Das Zentrum ist die erste Abteilung im Land, die solche maßgeschneiderten Prothesen für die Hüfte einsetzt.


Ungewöhnliche Konstruktionen

Ander als bei herkömmlichen Implantaten, wo eine standardisierte Gelenkspfanne in  den Hüftknochen eingeschraubt  wird, wird hier eine hundertprozentig individuell auf den Patienten abgestimmte Lösung verwendet. Die manchmal ungewöhnlich aussehende Konstruktion muss  einerseits die erwünschte Gelenksfunktion sicherstellen, andererseits die Hüfte stabilisieren und Verschraubungen an Zonen ermöglichen, wo noch genügend Knochenfestigkeit vorhanden ist.

Primar Hochreiter erklärt: „Zuerst wird ein CT nach einem bestimmten Protokoll durchgeführt und mit Hilfe dieser Daten ein 3D-Modell des Beckens angefertigt. Die Regionen mit dem besten Knochen können damit ideal definiert werden.“ Anschließend prüfen die Orthopädiespezialisten das Modell und arbeiten eventuelle Änderungen ein. Nach Endabstimmung werde das individuelle Originalimplantat aus Titan angefertigt und in einer aufwendigen, mehrstündigen Operation eingesetzt.
 

Quelle OÖN, Barbara Rohrhofer, 30.1.2019

Prim. Dr. Hochreiter mit Patientin Manuela Fürtbauer

Prim. Dr. Josef Hochreiter mit Patientin Manuela Fürtbauer