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Ordensklinikum Linz

HPV-Impfung: Einzige Impfmöglichkeit gegen Krebs hat zu geringe Impfbeteiligung

Bereits 2014 wurde die Impfung gegen die Human Papilloma Viren (HPV) in das österreichische Kinderimpfkonzept aufgenommen. Seither wird diese bisher einzige Impfmöglichkeit gegen eine Krebserkrankung gratis an Österreichs Schulen angeboten. Doch die Durchimpfungsrate liegt unter 50 Prozent. Mit der „Petrol Ribbon Aktion“ soll die „Impfung gegen Krebs“ wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden.

„Die Impfung gegen HPV ist tatsächlich eine Impfung gegen Krebs“, betont „Petrol Ribbon Aktion“-Initiator Primarius Hefler und führt weiter aus: „Die Impfbeteiligung an der Gratis-Impfung gegen HPV in Österreich ist mit unter 50 Prozent viel zu niedrig. Daher wollen wir zur Teilnahme von Mädchen und Buben an der Österreichischen Gratis-Impfaktion motivieren. Im Gegensatz zum Brustkrebs ist der Unterleibskrebs weiterhin ein Tabuthema, das versuchen wir zu ändern.“

Was ist HPV?

Mindestens vier von fünf Personen - Männer, Frauen und Kinder - stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an. Meistens ohne, dass sie es wissen oder bemerken. Bestimmte Virentypen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Andere, sogenannte „Hochrisiko Typen“, sind für die Entstehung von einer Reihe von Krebserkrankungen verantwortlich: Gebärmutterhals-, Schamlippen-, Penis- und Enddarmkrebs und Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum. „Die rechtzeitige Impfung gegen HPV im Kindes- oder Jugendalter bietet einen nahezu 100 Prozent Schutz gegen diese Erkrankungen“, so Primarius Hefler.

Wann soll geimpft werden?

Die HPV-Impfung sollte am besten vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen, da zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch keine Infektion mit HPV stattgefunden hat. Zudem haben Untersuchungen eindeutig ergeben, dass die Impfantwort bei Kindern in der Altersgruppe vom 9. bis zum 12. Geburtstag am besten ist. Die gebildeten Antikörper können ein Eindringen der Viren in die Körperzellen und somit die Infektion optimal verhindern.

Wo wird geimpft?

Die HPV-Impfungen werden im bestehenden Schulimpfprogramm in der 4. Klasse Volksschule angeboten. Die Impfung wird auch an öffentlichen Impfstellen (Sanitätsdienste der Bezirkshauptmannschaften bzw. Gesundheitsämter Magistrate) der Bundesländer bis zum 12. Geburtstag kostenfrei angeboten. Für Mädchen und Buben vom 12. bis zum 15. Geburtstag bieten die Bundesländer Nachholimpfungen zum vergünstigten Selbstkostenpreis an.  Der Impfstoff wird bis zum 15. Geburtstag in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten verabreicht.

Petrol Ribbon

Welche Nebenwirkungen wurden bei der HPV-Impfung beobachtet?

Der HPV-Impfstoff ist einer der am besten getesteten Impfstoffe weltweit und wurde bereits millionenfach  angewendet. Jedoch kann auch die HPV-Impfung sehr seltene Nebenwirkungen haben. Die Gebrauchsinformation des Impfstoffes informiert über die Zusammensetzung, mögliche Gegenanzeigen und Nebenwirkungen. Laut Berichten von Kindern ist die HPV-Impfung etwas schmerzhafter als andere Impfungen im Schulimpfprogramm.

Ist die Vorsorgeuntersuchung „Krebsabstrich“ bei Frauen weiterhin wichtig?

Ja! Trotz Impfung wird auch weiterhin dringend angeraten, die regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt durchführen zu lassen.

Weitere Informationen: www.petrolribbon.at