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Ordensklinikum Linz

Herzinfarkt-Risiko bei Frauen: Symptome oft falsch gedeutet

"ORF-Journalistin Eva Twaroch war 55 Jahre jung, als sie vor wenigen Tagen unerwartet einen Herzinfarkt erlitt und verstarb. "Leider kein Einzelschicksal - bei Frauen in und nach den Wechseljahren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache. Doch diese Tatsache ist vielen noch immer nicht bewusst. Der Herzinfarkt gilt nach wie vor als Männerkrankheit", sagt Regina Steringer-Mascherbauer, Kardiologin im Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz.

Müdigkeit und Schweißausbruch

Dem weiblichen Herzinfarkt gehen oftmals unspezifische Symptome voraus. "Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen und Schweißausbrüche bei Belastung können ein Hinweis sein, aber auch Übelkeit und die ,typischen’ Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den Kiefer und linken Arm ausstrahlen", sagt die Herzspezialistin aus Linz.

Betroffene Frauen denken nicht an einen Herzinfarkt, sondern an Infekte oder schmerzhafte Verspannungen. "Dabei könnte ein Besuch beim Herzspezialisten oft Leben retten", sagt Steringer-Mascherbauer. Vor allem Frauen, deren Mutter oder Vater an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollten hellhörig sein. "Kommen zur genetischen Vorbelastung hohe Blutfettwerte, dann sollte man unbedingt etwas unternehmen."

Rauchen und Stress

Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht auch beim Alter. Bis zu den Wechseljahren sind Frauen relativ gut davor geschützt, da die weiblichen Hormone in der fruchtbaren Lebensphase das Risiko für Gefäß- und Arterienverkalkung und deren Folgen mindern. Nimmt die Hormonproduktion ab, sinkt parallel dazu auch der Schutz. Daher trifft eine koronare Herzkrankheit viele Frauen erst ab einem Alter von etwa 50 Jahren. Männer sind hingegen oftmals schon deutlich früher davon betroffen.

Weitere Risikofaktoren sind natürlich Stress, Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen.

Text: OÖN

 

Nähere Informationen:

Regina Steringer-Mascherbauer