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Ordensklinikum Linz

Gesundheitsrisiken von Kosmetika und Implantaten

Datum: 08.01.2020

Sie befinden sich in Verpackungsmaterial, Kinderspielzeug, oder auch weniger sichtbar, nämlich in Kosmetika – Kunststoffe, sie sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Die Sorge vor dem „versteckten Gift“ in Kosmetikprodukten steigt. „Mikroplastik und Weichmacher sind in vielen Kosmetika enthalten“, sagt Oberärztin Dr. Andrea Oßberger von der Abteilung Plastische und wiederherstellende Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.

Weichmacher sind Chemikalien, die bewirken, dass Kunststoffe flexibler und elastischer werden. Sie finden sich in Spielzeug, Verpackungen, aber auch in Kosmetika, die haltbar gemacht werden müssen, sowie in Zahnpasta und Waschmittel. „Weichmacher sind nachweislich krebserregend und fortpflanzungsschädlich“, warnt OÄ Dr. Oßberger.

Weniger bekannt sind die Auswirkungen von Mikroplastik auf den menschlichen Körper. „Das ist aber deshalb nicht unproblematisch,“ betont die Oberärztin. Als Mikroplastik bezeichnet man kleine Kunststoff-Partikel mit einem Durchmesser unter 5 Millimeter, die sich ebenso in einer Vielzahl an Kosmetika, Zahnpasta oder auch Babywindeln finden.

Obwohl sie die genannten Schadstoffe nicht enthalten, seien Naturkosmetika nicht unbedingt die beste Alternative: „Nicht überall wo Natur drauf steht, ist auch Natur drin“, sagt OÄ Oßberger. „Naturprodukte haben außerdem oft ein hohes Allergenpotential, das kann zu Unverträglichkeiten führen.“ Ihr Tipp: „Ganz bewusst beim Einkauf auf die Inhaltsstoffe achten und sich gegeben falls beraten lassen.“

Ein gewisses Gesundheitsrisiko bergen auch Implantate: „Wichtig bei der Debatte um Implantate ist, zwischen Plastik und Silikon zu differenzieren,“ sagt die plastische Chirurgin. Silikonimplantate sind zwar biokompatibel, also für den Menschen nicht schädlich, trotzdem hält das Material nicht ewig. „Silikonimplantate sind nicht für ein ganzes Leben gedacht und müssen daher früher oder später gewechselt werden“, erklärt OÄ Dr. Oßberger.

hingeworfene Kosmetiktasche

„Es ist wichtig, Patientinnen vor Eingriffen darüber aufzuklären, dass sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit einer weiteren Operation unterziehen werden müssen.“

 

Nähere Informationen:

Plastische Chirurgie