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Ordensklinikum Linz

Frauenpower quer durchs Ordensklinikum

Datum: 08.03.2021

Das Ordensklinikum ist weiblich. Zumindest sagen das die Zahlen: Rund zwei Drittel der Angestellten unseres Krankenhauses sind Mitarbeiterinnen.  – Höchste Zeit, der Frauenpower im Ordensklinikum ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Noch dazu, weil sich heuer am 8. März der Weltfrauentag zum 110. Mal jährt.

In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg machten Frauen weltweit durch die Forderung des Frauenwahlrechts auf eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aufmerksam. Kam diese Bewegung ursprünglich (wie so oft) aus den USA, so setzte sich der Frauentag 1911 auch in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz zum ersten Mal durch. Zu Kriegszeiten veränderten sich die Forderungen der Frauen und ab 1933 wurde der Frauentag in Österreich komplett verboten. Erst in den 60er Jahren rückten Frauenbewegungen das Thema Frauen-Rechte wieder in den gesellschaftspolitischen Diskurs. Seit 1977 wird der internationale Frauentag weltweit am 8. März gefeiert.

Susanne Huber

 „Im kalten Wasser lernt man am besten Schwimmen“ – Susanne Huber

Knapp 18 Jahre als Koordinatorin des Sekretariatsteams in der Radiologischen Ambulanz, im damaligen Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, und seit zweieinhalb Jahren am Standort Elisabethinen im Servicebereich Kommunikation: da kann es schon mal sein, dass man Susanne Huber auf dem Weg zum Mittagessen in die Kantine verliert, weil sie immer wieder Kolleginnen und Kollegen trifft, mit denen sie früher intensiver zusammengearbeitet hat und mit denen sie sich kurz austauscht. Herzlich und hilfsbereit lernen sie ihre Kolleginnen und Kollegen kennen und genau das hat sie in ihren über zwanzig Jahren am Ordensklinikum selber immer wieder erfahren. „Die Wertschätzung untereinander – egal ob zwischen unterschiedlichen oder gleichen Geschlechtern – ist etwas, das im Krankenhaus gelebt wird und an neue Kolleginnen und Kollegen weitergegeben wird. Ich bin überzeugt: so wie man es selber lernt, so benimmt man sich auch jüngeren Generationen gegenüber“, sagt Susanne Huber. Veränderungen in der Gesellschaft findet sie wichtig, auch wenn Susanne überzeugt ist, dass manche Veränderungen einfach länger Zeit brauchen. Der eigenen Veränderung steht die begeisterte Bergsteigerin positiv gegenüber: das hat sie auch bewiesen, als sie nach 18 Jahren in der Radioonkologie noch einmal ins kalte Wasser sprang, um sich einer neuen Herausforderung in der Kommunikation zu widmen: „Im kalten Wasser lernt man das Schwimmen eben am besten.“

 

„Wir Frauen sollten uns gegenseitig unterstützen“ - Hedwig Ehrenmüller

Von der Kardiologie, in die damalige Neurologie, auf die Augenstation und dann auf die heutige Akutstation 2K, die sie seit ihrer Geburtsstunde im Jahr 2006 kennt: Hedwig Ehrenmüller hat schon ihre Ausbildung zur DGKP bei den Barmherzigen Schwestern absolviert und ist seither unserem Spital treu geblieben.  In über 30 Jahren konnte sie in unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen sammeln, von denen sie heute profitiert. Seit März 2020 betreut sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf Covid-19-Patienten. „Die lange Berufserfahrung auf der Akutstation hat mir während der Coronakrise sehr geholfen. Der Umgang mit Schutzkleidung wie auch der Einsatz von Beatmungsgeräten war mir bereits von schweren Influenza-Saisonen geläufig“, erzählt die fünffache Mutter und mittlerweile stolze Oma zweier Enkerln. Ihr großes Vorbild waren beruflich wie auch privat ihre Mutter und Großmutter. „Als Bäuerin musste meine Mutter immer viel arbeiten. Wir waren sieben Kinder, unsere Großmutter war oft für uns da. Die Zeit mit unserer Mutter schätzten wir umso mehr.“  Auf die zwischenmenschliche Wertschätzung kommt es an, ist Hedwig Ehrenmüller überzeugt: „Insbesondere Frauen haben oft mit Diskriminierung zu kämpfen. Jedem Menschen muss die verdiente Wertschätzung zugestanden werden. Wir Frauen sollten uns gegenseitig unterstützen.“

„Es gibt immer eine Lösung!“ - Sr. Justina Enzenhofer

Von der Krankenpflege in die Materialverwaltung zum Personalwesen – Sr. Justina kennt fast alle Teilbereiche der Krankenhausstruktur - und widmet sich regelmäßig neuen Herausforderungen. Die gebürtige Mühlviertlerin aus Vorderweißenbach begann ihr Noviziat in sehr jungen Jahren bei den „Liesln“ in Linz und schloss eine Ausbildung in der Krankenschwesternschule ab, worauf sie kurze Zeit im Krankendienst stand. Als später die Krankenhauskostenrechnung in Österreich eingeführt wurde, begann sie eine Ausbildung um ihren Orden im Bereich der Buchhaltung und Kostenrechnung unterstützen zu können. „Es gibt immer eine Lösung!“, sagt Sr. Justina, während sie an einem Kissenbezug an ihrer Nähmaschine näht. Neben Wäschereparaturen für das ganze Haus fertigt sie auch für Ihre Mitschwestern die Elisabethinen Habits nach Maß. Auch im Redaktionsteam des Miteinander war sie eine Zeit tätig. Schon mehr als 50 Jahre setzt sich Sr. Justina für ihren Orden mit Elan ein. Als Teil der Ratsschwestern im Konvent der Elisabethinen Linz liegen jetzt ihre Aufgabengebiete in der Beratungsfunktion im Bereich Finanzen und Ökonomie. Vor allem bei Umbauarbeiten wie der Klosternrenovierung in Linz und Wien war und ist sie mit ihrer Expertise stark gefragt.

 

„Ich bin froh, mit beiden Beinen im Leben zu stehen“ – Brigitte „Gitti“ Schopper

Seit 1984 arbeitet Brigitte Schopper im Ordensklinikum. Gestartet hat sie ihre Laufbahn als „Springerin“ am Standort Barmherzige Schwestern. Schnell wurde sie fest im Personalspeisesaal und in der Kantine angestellt, wo sie fast 10 Jahre im vollen Einsatz war. „Gitti“ ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Nach ihrer Karenz folgten zwei Jahre Küche, bis ihr Weg sie in die Poststelle führte, wo sie sich seit 20 Jahren wohlfühlt. „Ich bin froh, mit beiden Beinen im Leben zu stehen“, sagt Brigitte Schopper rückblickend. Ihre Aufgabenbereiche umfassen die Postwege im Haus, die Distribution von Blutproben und das Versenden der Gefahrengutbriefe und das Bereitstellen der liebevollen Online-Genesungsglückwünsche für die Patientinnen und Patienten. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Hannes ist sie für die Außendienstarbeiten zu Fuß, mit dem Rad oder mit den Öffis u.a. zur Krankenkasse, Landesregierung, Finanzamt, sowie die weiteren Bürostandorte und die Gesundheitsparks unterwegs. Auch nach über 20 Jahren Berufserfahrung gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Wenn ein Befund nicht ankommt, ist detektivisches Gespür gefragt, da man den Weg des Briefes zurückverfolgen und herausfinden muss, was passiert ist.

 

„Jeder Mensch ist auf seine Art und Weise eine starke Persönlichkeit.“ – Stefanie Tandlinger

„Es sollte keinen speziellen Tag geben müssen, an dem Frauen die Wertschätzung geschenkt wird, viel mehr müsste es jeden Tag so sein“, wünscht sich Stefanie Tandlinger für die Zukunft. Die 26-Jährige unterstützt bereits seit fünf Jahren den Servicebereich IT – CSC. Mit ihrem Know-how kümmert sich Steffi, wie sie von ihren Kolleginnen und Kollegen genannt wird, als Vor-Ort-Betreuerin um allfällige IT-Probleme im gesamten Haus. „Wertschätzung und ein respektvolles Miteinander werden hier am Ordensklinikum Linz besonders großgeschrieben, während meiner Zeit als Kellnerin war das leider nicht immer der Fall“, erzählt die begeisterte Sportlerin. Sie arbeitet gerne im Ordensklinikum und ist auch gerade in diesen heraus - fordernden Zeiten froh, einen krisensicheren Arbeitsplatz zu haben. „Ich finde es toll, dass sich immer mehr Frauen in diese immer noch sehr männerdominierte Branche IT wagen. In der HTL war ich das einzige Mädchen in meiner Klasse, heute, einige Jahre später, hat sich das zum Glück schon etwas verändert“, freut sich Stefanie.