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Ordensklinikum Linz

Ernährung bei Krebs: Was ist gesund?

Datum: 18.03.2021

Krebsdiäten schaden mehr, als sie nützen - "Wichtig ist es vor allem, während der Therapien nicht allzu viel an Gewicht zu verlieren", sagt Diätologin Carina Hofer

Bei einer Krebserkrankung und den damit verbundenen Therapien muss der Körper einiges verkraften. Viele Betroffene verlieren an Gewicht. Das kann am Tumor selbst liegen, der den Stoffwechsel stört und den Appetit beeinträchtigt, oder an den Nebenwirkungen der Behandlungen. Denn Chemo- und Strahlentherapie schwächen den Organismus und können manchmal auch die Schleimhäute angreifen, die Darmflora verändern und den Speichelfluss reduzieren.

"Die Empfehlungen zur Ernährung bei Krebserkrankungen sind vielfältig und oft widersprüchlich. Bei Betroffenen und Angehörigen ist die Verunsicherung häufig groß", sagt Carina Hofer, Diätologin im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz. Eine der häufigsten Fragen, mit denen sie in der Beratung konfrontiert ist: fasten, ja oder nein? "In erster Linie geht es bei Krebspatienten darum, eine Mangelernährung zu verhindern", sagt die Expertin. Denn Normalgewicht bringe bei vielen Krankheitsbildern - also nicht nur bei Krebs - eine schnellere Genesung, aber auch einen deutlichen Überlebensvorteil.

Unseriöse Krebsdiäten

"Krebspatienten können mithilfe ausgewogener Ernährung, die auch gute Kohlenhydrate enthalten sollte, aber sehr wohl ihren Allgemeinzustand verbessern und ihre Lebensqualität optimieren. Ernährung ist allerdings nicht imstande, den Tumor zu bekämpfen oder gar zu heilen. Sogenannte ,Krebsdiäten', die ebendiese Versprechungen machen, sind unseriös und können wissenschaftlich nicht bestätigt werden", sagt die Diätologin. Vielmehr besteht durch diese oft einseitigen Diäten die Gefahr eines Nährstoffdefizits bis hin zur Mangelernährung.

  • Gemüse: Reichlich Gemüse zu essen, sei sehr empfehlenswert - und zwar in jeder Form, ganz nach dem persönlichen Geschmack. Ideal sind leicht verdauliche Sorten wie Karotten. Das Gemüse sollte mit guten Fetten und Ölen zubereitet werden.
  • Genügend Eiweiß aus Hülsenfrüchten und Milchprodukten wie Käse, Topfen, Buttermilch mit Früchten und Joghurt. Auch Fisch sollte zwei bis drei Mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. "Das hilft dabei, die Muskelmasse zu erhalten und bei Kräften zu bleiben in einer Zeit, die an den Kräften zehrt", sagt Carina Hofer.
  • Astronautennahrung: Häufig haben Krebskranke keinen Appetit und Schwierigkeiten, die benötigte Kalorienmenge zu sich zu nehmen. "In solchen Fällen hilft vorübergehend hochkalorische Flüssignahrung aus der Apotheke, die oft auch als Astronautenkost bezeichnet wird", sagt Carina Hofer.
  • Krebsförderndes meiden: An erster Stelle steht hier Alkohol, der nachweislich das Risiko für einige häufige Tumorarten erhöht. Beim Grillen, Braten und Frittieren entstehen Stoffe wie Acrylamid und Nitrosamine, die ebenfalls als krebserregend gelten.

 

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Quelle: OÖN

Ernaehrung

"Krebspatient*innen können mithilfe ausgewogener Ernährung sehr wohl ihren Allgemeinzustand verbessern."
Carina Hofer, BSc Diätologie Ordensklinikum Linz