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Ordensklinikum Linz

ERCP (endoskopische retrograde Cholangio- und Pankreaticographie)

Datum: 09.08.2021

Kombinierte endoskopisch-radiologische Untersuchung der Gallenwege und des Gangs der Bauchspeicheldrüse mittels einer dünnen Sonde von ihrer gemeinsamen Mündung im Zwölffingerdarm aus.

Wann wird die Untersuchung durchgeführt?

  • Entfernung von Gallengangssteinen und Steinen aus dem Pankreasgang
  • Diagnose und Therapie eines mechanisch bedingten Gallestaus oder Aufstaus des Bauchspeicheldrüsengangs
  • Gewebsentnahme
  • Drainagebehandlung
  • Dehnen von Engstellen
  • Implantation von Prothesen etc.

Vorbereitung

Die Untersuchung wird prinzipiell nur unter stationären Bedingungen durchgeführt. Aktuelle Befund der Blutgerinnung müssen vorliegen (PTZ, PTT, INR, Thrombozytenzahl); vor der Untersuchung 8 Stunden Nüchternperiode für feste Speisen; bis 2 Stunden vor der Untersuchung ist Trinken von Wasser und Tee (ohne Milch) erlaubt. Es muss eine gültige Einwilligung – nach angemessener Aufklärung - vorliegen.

Durchführung

Die Untersuchung wird in tiefer Sedoanalgesie oder in Allgemeinnarkose durchgeführt. Ein spezielles Seitblickendoskop wird durch den Mund eingeführt und bis zur Mündungsstelle des Gallengangs und der Bauchspeicheldrüse im Zwölffingerdarm vorgeschoben. Mit einer dünnen Sonde wird Kontrastmittel in die Gänge eingespritzt, sodass sie sich in der Röntgendurchleuchtung darstellen. Dadurch lassen sich Steine oder Gangverengungen gut erkennen. Zur Entfernung von Steinen wird die Mündungsstelle des Gangs mit einem dünnen Elektrodraht aufgeschnitten (Papillotomie) und damit erweitert. Gangverengungen können aufgedehnt und anschließend durch Stentimplantation überbrückt werden.

Komplikationen

Reizung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) bei 4% der Patienten; Blutung oder Perforation nach Papillotomie in je 1-2%; Infektion der Gallenwege, Atmungs- oder Kreislaufprobleme durch Sedierung.

ERCP