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Ordensklinikum Linz

Ein Netzwerk gegen Autoimmunerkrankungen

Datum: 08.02.2020

Autoimmunerkrankungen stellen nach Herz-Kreislauf und Tumor-Krankheiten die häufigsten gesundheitlichen Probleme dar. Da Autoimmunerkrankungen nicht nur einzelne Organe, sondern auch mehrere Organsysteme betreffen können, bedarf diese Komplexität einer hohen Expertise und interdisziplinären Betreuung. Am Autoimmunzentrum des Ordensklinikum Linz arbeiten Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen zusammen, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen zu verbessern. 

Eigentlich ist unser körpereigenes Immunsystem dafür da, Eindringlinge wie Bakterien und Viren zu bekämpfen und uns gesund zu halten. Wenn aber das Immunsystem Freund nicht mehr von Feind unterscheiden kann, greift es die eigenen Körperzellen an – der Körper zerstört sich selbst. Eine ganze Reihe solcher Autoimmunerkrankungen sind bekannt: von der rheumatoiden Arthritis, über die Multiple Sklerose, Sklerodermie, Morbus Crohn bis hin zum Lupus erythematodes.

„Patienten, bei denen das Immunsystem mehrere Organe angreift, brauchen die Expertise von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen. Meist vergehen einige Monate, bis eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert wird. Oft gehen Patienten von einem Arzt zum anderen – vom Internisten, zum Gynäkologen, zum Radiologen und so weiter, bis sie eine Diagnose haben“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Norbert Sepp, Vorstand der Abteilung Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

Oft sind mehrere Organsysteme betroffen

Um Autoimmunerkrankungen, die mehrere Organe betreffen, schneller diagnostizieren und deren Behandlung koordinieren zu können, besteht am Ordensklinikum Linz seit Jahren eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, wozu auch das Sklerodermie-Netzwerk Oberösterreich gehört.

„Unser oberstes Ziel ist es, durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen in Oberösterreich zu verbessern. Um dies voranzutreiben und die Zusammenarbeit zu intensivieren, haben wir vor einem Jahr ein virtuelles Autoimmunzentrum ins Leben gerufen.

Ein Netzwerk aus Ärzten der verschiedenen Fachbereiche am Ordensklinikum, das dazu dient, die Expertise im Bereich der Autoimmunerkrankungen zu bündeln. Diese Team-Arbeit ist insbesondere bei der Erstellung der Diagnose bei komplexen Autoimmunerkrankungen essenziell. Zudem kommt das Zusammenführen von verschiedenen Leitlinien in der Behandlung dem Patienten zugute“, erklärt OÄ Dr.in Marija Geroldinger-Simic, PhD, die das Autoimmunzentrum gemeinsam mit Prim. Dr. Norbert Sepp leitet.

junge Frau mit Hauterkrankung

„Das Konzept dahinter ist der Onkologie nachempfunden, bei der es schon lange üblich ist, dass Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen ‚ihre‘ Patienten gemeinsam in sogenannten Tumor-Boards besprechen. Es geht darum, die Expertise aus den verschiedenen Bereichen zu vernetzen. Das ist nicht an ein Gebäude gebunden, sondern Teamwork. Niedergelassene Ärzte können mit uns am Ordensklinikum Linz Kontakt aufnehmen, wenn sie vermuten, dass ein Patient eine Autoimmunerkrankung hat“, erklärt Prim. Dr. Sepp.

Symposium samt Akademie für Pflegende

Aber auch außerhalb des Ordensklinikums hat das Autoimmunzentrum Strahlkraft.

Dafür organisiert OÄ Dr.in Geroldinger-Simic, die mit dem renommierten Clemens von Pirquet-Preis der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) aus - gezeichnet wurde, gemeinsam mit Prim. Dr. Sepp ein jährliches Autoimmun-Symposium samt einer Akademie für Pflegende, um Einblicke in die interdisziplinären Aspekte der Arbeit zu geben.


Nähere Informationen:

Autoimmunambulanz