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Ordensklinikum Linz

Diagnose Krebs: Vom Umgang mit der Angst

Datum: 27.01.2021

Die Diagnose Krebs ist ein Schock für alle Betroffenen. Neben umfassender medizinischer Behandlung ist die seelische Betreuung für Patienten enorm wichtig. Wie Betroffene im Wechselbad der Gefühle zwischen Angst, Unsicherheit, Hoffnung und Zuversicht einen Weg finden, mit Krebs umzugehen.

OÖ. „Eine Krebsdiagnose trifft viele Menschen völlig unerwartet. Oft werden Betroffene im Rahmen von Vorsorge- oder Routineuntersuchungen mit einer bösartigen Diagnose konfrontiert“, sagt Christina Mayr-Pieper, Leiterin der Abteilung für klinische Psychologie, Psychoonkologie und Psychotherapie am Standort Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Eine Krebserkrankung stellt für viele Patienten eine existenzielle Gefahr dar. Der Umgang damit ist schwer.

Schritte nach einer Diagnose

Hilfreich kann sein, sich auf die Suche nach Kraft-Ressourcen zu machen. Wer oder was gibt Halt? Familie, Freunde oder die Spiritualität, aber auch Sport können als „Stärkungsmittel“ eine Stütze sein. Für den Genesungsprozess ist es vor allem wichtig, mental authentisch sein. Das bedeutet zu sagen, wenn eines einem nicht gut geht. Für die Patienten ist es auch besonders wichtig, Ängste zu benennen und diese zum Thema zu machen. Durch das „darüber reden“ wird das Tabu gebrochen.

Umgang mit der Angst

Im Leben von Krebspatienten ist die Angst ein ständiger Begleiter. Das Ziel ist, den Umgang mit Ängsten zu erlernen, erklärt Mayr-Pieper: „Ängste entstehen oft in der Zeit nach der Diagnose, im Warten auf Befunden bei Kontrolluntersuchungen oder wenn sich im Krankheitsverlauf etwas verändert. Hier ist es wichtig, sich über den Behandlungsverlauf und Prognosen zu informieren, denn Wissen hilft gegen Unsicherheiten. Vielen Menschen helfen auch Gespräche mit Angehörigen und guten Freunden.“

Austausch mit anderen Betroffenen

Anstatt sich darauf zu konzentrieren, was nicht mehr möglich ist, kann man den Fokus darauf legen, was noch möglich ist. Ein Sichtwechsel kann vor Augen führen, was man schon alles bewältigt hat. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise in Selbsthilfegruppen, kann sehr bestärken. „Die Patienten merken in der Regel recht schnell, was ihnen gut tut“, sagt die klinische Psychologin. Angehörige und Bezugspersonen im nahen Umfeld sollten versuchen, für die Betroffenen eine Stütze zu sein, das heißt: Das aktuelle Befinden der Patienten wahrzunehmen und regelmäßig Gesprächsangebote zu stellen.

 

Quelle: meinbezirk.at 

Mayr Pieper