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Ordensklinikum Linz

Corona: Häufige Fragen zur Impfung Teil 1

Datum: 23.11.2021

Risikopatienten, der Grüne Pass und ein Blick in die Zukunft: Die OÖNachrichten haben Elisabeth Bräutigam, Ärztliche Leiterin im Ordensklinikum Linz, um Antworten gebeten

"Stimmt es, dass es Covid-19-Impfungen gibt, die eine negative Impfwirkung aufweisen? Also dass man bei gewissen Impfstoffen etwa häufiger an Corona erkrankt?" "Nein, diese Impfung gibt es überhaupt nicht", sagt Elisabeth Bräutigam. Gemeinsam mit einem Expertenteam besprechen die OÖNachrichten die Zuschriften der Leserinnen und Leser. Dieses Mal beantwortet Elisabeth Bräutigam die Zusendungen. Denn Covid-19 verunsichert, spaltet und belastet. Und das schon seit fast zwei Jahren. Der dichte Dschungel an Informationen ist weitläufig undscheint undurchdringlich. Da kann manches zur gefährlichen Stolperfalle werden.

 

  • Stimmt es, dass es Covid-19-Impfungen gibt, die eine negative Impfwirkung aufweisen? Also dass man bei gewissen Impfstoffen etwa häufiger an Corona erkrankt? Stefan Jugl, E-Mail
    Nein, also diese Impfung gibt es überhaupt nicht. Die Impfung schützt uns ja vor Covid-19. Ein gängiger Irrglaube ist, dass die Coronaimpfung eine Erkrankung im menschlichen Körper auslöst. Aber das stimmt nicht.
    Es kommt lediglich zu einer Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine des Virus. Und schlussendlich dann auch zur Bildung von Antikörpern gegen den spezifischen Erreger.

 

  • Raten Sie grundsätzlich jedem Menschen zu einer Coronaimpfung oder gibt es Risikopatienten, denen Sie andere Schutzmaßnahmen empfehlen? Anita Scheschy, Neufelden
    Die einzige Gruppe, die nicht geimpft werden soll, ist jene, wo eine bekannte Überempfindlichkeit, also sprich Allergie, gegen die Trägersubstanz des Impfstoffes besteht. Da wird eine Impfung, egal mit welchem Impfstoff, nicht empfohlen. Für alle anderen schon.
    Wenn man aktuell an einer Erkältungserkrankung, einem grippalen oder anderen Infekt leidet, dann würde man klarerweise abwarten, bis diese Krankheit überstanden ist. Aber ansonsten gibt es keine Erkrankung, bei der eine Impfung nicht empfohlen wird.

 

  • Sind Geimpfte, die bereits vor sechs Monaten ihren zweiten Stich bekommen haben, eigentlich gleich ansteckend wie Ungeimpfte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden? Anonym, E-Mail
    Also wir haben aktuell die wissenschaftlichen Ergebnisse, dass sich Geimpfte schon einmal weniger wahrscheinlich anstecken können. Aber wenn es nun zu einem sogenannten Impfdurchbruch kommt, sind Patienten, die geimpft sind, auch weniger lange infektiös und auch die Viruslast bei ihnen ist um einiges geringer als bei infizierten Ungeimpften.
    Weniger lange und auch weniger Virusmenge heißt schließlich, dass man auch weniger ansteckend ist. Man schützt mit der Impfung also sich selbst und auch die anderen.
  • Ich bin zweimal geimpft und wurde nun aufgefordert, mich ein drittes Mal impfen zu lassen. Laut Auskunft meines Arztes ist mein Antikörper-Titer aber sehr hoch? Klaus Trauner, Sierning
    Dazu haben wir leider noch keine wissenschaftlichen Daten, ob die Höhe des Antikörperspiegels auch etwas über die Immunität aussagt. Und vor allem nicht dazu, wie hoch dieser Spiegel sein muss, dass man von einer Immunität ausgehen kann. Dafür ist einfach noch zu wenig Zeit vergangen.
    Somit empfehlen wir Mediziner auch bei bereits bestehenden und hohen Antikörperspiegeln die Impfung. Egal ob diese Antikörper jetzt von einer durchgestandenen Covid-19-Infektion oder von der zweiten Impfung stammen.
  • Ich habe bis 19. Jänner 2022 ein Genesungszertifikat, bin noch nicht geimpft und möchte das nun aber nachholen. Was muss ich beachten, damit mein Grüner Pass gültig bleibt? Helga Hirtl, E-Mail
    Aktuell ist es noch so, dass der Grüne Pass bis zwölf Monate, also 360 Tage, nach dem zweiten Stich gilt. Eingetragen werden kann eine Impfung via QR-Code auf dem Nachweis. Wichtig ist aber, dass es bald eine Änderung geben wird. Diese tritt ab 6. Dezember in Kraft.
    Im Rahmen dieser Umstellung wird die Gültigkeit von bisher 360 auf nur noch 270 Tage reduziert. Nach neun Monaten ist es dann so weit, dass man die Auffrischungsimpfung braucht. Das ist gerade dann, wenn Handel, Gastronomie und andere nach dem Lockdown wieder aufsperren dürfen, ganz besonders wichtig.
  • Glauben Sie, dass es eine realistische Chance gibt, dass wir das Coronavirus jemals „ausgerottet“ haben werden? Oder werden wir Menschen wohl einfach damit leben lernen müssen? anonym, E-Mail
    Wir werden uns wohl darauf einstellen müssen, dass wir mit Corona in Zukunft zu leben haben werden. Wir werden lernen müssen, wie wir mit dieser Krankheit am besten umgehen. Es scheint ja auch eine saisonale Erkrankung zu sein, aber sie auszurotten in dem Sinn, dass wir sie ganz wegbringen werden, ist leider unwahrscheinlich.
    Die Prognose von Biontech, sich künftig einmal jährlich impfen zu lassen, ist aus meiner Sicht eine realistische Einschätzung. Das ist dann wie bei der Grippe im Herbst. Da sollte auch einmal jährlich die Auffrischungsimpfung gemacht werden.

OÖN Nachrichten

 

Elisabeth Bräutigam
Elisabeth Bräutigam ist Ärztliche Leiterin im Ordensklinikum Linz, Radio-Onkologin und Komplementärmedizinerin und beantwortet Ihre Fragen zur Impfung.