Aktuelles

Ordensklinikum Linz

Coloskopie (Darmspiegelung)

Datum: 05.12.2019

Was ist eine Coloskopie?

Endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms bis zur Einmündung des Dünndarms

Indikation

Blut im oder am Stuhl, Blutarmut, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Blähungen, Fokussuche, Darmkrebs-Vorsorge.

Vorbereitung

Während der letzten 4 Tage vor der Untersuchung vermeiden Sie bitte fasriges Gemüse, Obst mit Kernen, Vollkornprodukte und sonstige Körner. Am Tag der Untersuchung sind ein normales Frühstück und ein leicht verdauliches Mittagessen erlaubt. Für die Darmspiegelung muss der Dickdarm möglichst sauber sein. Daher ist die Einnahme einer Vorbereitung unbedingt notwendig. Sie besteht entweder aus 2 Liter Spüllösung (Moviprep) oder 2x150 ml eines speziellen Abführmittels (Picoprep). Dazu müssen Sie unbedingt auch 2-3 Liter klare Flüssigkeit (z.B. Wasser, Verdünnungssirup) trinken. Abhängig vom Untersuchungszeitpunkt wird die Vorbereitung entweder am Vortag der Untersuchung eingenommen oder geteilt am Vorabend und am Morgen des Untersuchungstags.

In angemessenem zeitlichem Abstand zur Untersuchung laden wir Sie zu einem ärztlichen Aufklärungsgespräch ein, bei dem Ihnen auch die Patienteninformation und die Vorbereitung ausgehändigt wird. Außerdem erhalten Sie genaue Informationen zur optimalen Darmvorbereitung.

Wenn Sie eine „Schlafspritze“ möchten, ist das Lenken eines Fahrzeugs für die nächsten 24 Stunden verboten. Um späten Komplikationen durch die Sedierung vorzubeugen, organisieren Sie bitte im Vorfeld eine Begleitung für den Heimweg und eine Betreuung für die ersten Stunden zu Hause.

Durchführung

Auf Wunsch erhalten Sie eine beruhigende und schmerzstillende Spritze, sodass Sie die Untersuchung verschlafen. Während der Untersuchung erfolgen Blutdruckkontrolle, eine permanente Überwachung des Blutsauerstoffgehalts mittels Pulsoxymetrie und eine vorbeugende Gabe von Sauerstoff über eine Nasenbrille. Das Endoskop wird über den After eingeführt und dann von Arzt und Assistenz bis zum Blinddarm, evtl. auch bis in den untersten Teils des Dünndarms vorgeschoben; das entspricht etwa einem Weg von einem Meter. Die Assistenz schient dabei das Endoskop durch Druck auf den Bauch, um schmerzhafte Schlingenbildungen zu vermeiden. Zur Verbesserung der Sicht bläst der Arzt Luft oder CO2 in den Darm ein, was unweigerlich auch nachträglich noch ein Blähungsgefühl verursacht. Reste von Stuhl oder Flüssigkeit können über das Endoskop abgesaugt werden. Aus auffälligen Stellen werden Gewebsproben entnommen. Polypen können zumeist ebenfalls in derselben Untersuchung mit einer Schlinge abgetragen werden. Gewebsentnahme und Polypenabtragung sind schmerzfrei. Entnommenes Gewebe wird zur mikroskopischen Untersuchung an den Pathologen weitergeleitet.

Komplikationen

Bei einer diagnostischen Darmspiegelung sind Komplikationen extrem selten. Bei therapeutischen Eingriffen kann es in Abhängigkeit von der Art der Behandlung und von der zugrunde liegenden Erkrankung in seltenen Fällen zu einer Blutung, einer Perforation (=Durchbruch) oder einer Infektion kommen. Abhängig von Begleiterkrankungen des Patienten sind prinzipiell auch Beeinträchtigungen der Atmung und des Kreislaufs durch die beruhigenden und schmerzstillenden Medikamente möglich.

Coloskopie