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Ordensklinikum Linz

Badeotitis: Wenn die Ohren nach dem Badevergnügen schmerzen

Besonders Kinder klagen häufig über Ohrenschmerzen nach einem Besuch im Schwimmbad. Dahinter steckt oft eine Entzündung des Gehörgangs, auch als „Badeotitis“ bezeichnet.

Gerade beim Schwimmen und Tauchen bleibt Chlorwasser oder verschmutztes Wasser im Ohr. In Kombination mit den heißen Temperaturen im Sommer entstehen so feucht-warme Verhältnisse im Gehörgang, optimale Bedingungen für Erreger. „Dies begünstigt das Entstehen einer Entzündung durch Bakterien, Viren oder Pilze, aber auch unspezifische Entzündungen entstehen so leichter“, weiß Dr. Matthias Stadler, HNO-Arzt vom Ordensklinikum Barmherzige Schwestern. Ohrenschmalz stellt einen natürlichen Schutz dar, welcher jedoch oft durch übertriebene Pflege gestört wird. „Wattestäbchen verursachen Verletzungen im Gehörgang und haben darum im Ohr nichts zu suchen!“, rät der Experte.  

Symptome einer Badeotitis sind Juckreiz und Ausfluss. Die geschwollenen Gehörgänge verursachen Schmerzen bei Druck auf den Knorpel vor dem Eingang in den Gehörgang oder beim Ziehen des Ohrläppchens. Zudem kann es zu einer Verschlechterung der Hörleistung kommen.

Bei Auftreten der Symptome suchen Sie Ihren Hausarzt oder HNO-Arzt auf. Die Ohren am besten mit einem Föhn oder sauberen Tüchern trocknen und trocken halten.  Als Hausmittel kann ein Gemisch aus Essigwasser und abgekühltem, abgekochtem Wasser Abhilfe schaffen. Die Flüssigkeiten 1:1 mischen und den Gehörgang morgens und abends damit spülen, indem man 5 Minuten auf jeder Seite liegen bleibt. „Diese Methode sorgt einerseits für einen sauren pH-Wert im Gehörgang, andererseits kommt eine austrocknende Wirkung zur Geltung - beides unangenehme Verhältnisse für Erreger“, erklärt Stadler.  

Zur Vorbeugung rät der Arzt, die Ohren auf keinen Fall mit Wattestäbchen zu putzen. Auch eine Badehaube oder Ohrstöpsel können schützen. Bei Gefühl von Wasser im Ohr sollte man den Kopf neigen oder auf einem Bein hüpfen. Mit diesen einfachen Maßnahmen steht einem ungestörten Badevergnügen nichts mehr im Wege.

Zum Beitrag der OÖN von Barbara Rohrhofer

Matthias Stadler