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18.04.2016

Schonende Bestrahlung bewährt sich: Schon 1.000 Krebspatientinnen profitierten von kürzerer Therapie.

Die Diagnose Brustkrebs ist ein markanter Einschnitt im Leben jeder Frau. Eine Strahlentherapie wird nach der Operation eingesetzt, um ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Mit der „Hypofraktionierten Bestrahlung“ hat das Team der Radioonkologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz acht Jahre lang österreichweite Pionierarbeit in punkto Effizienz und schonender Behandlung geleistet. Mit großem Erfolg – soeben wurde die 1.000ste Patientin mit dieser Methode therapiert.

 

„Jubiläumspatientin“ ist Mag. Ilse Digby. Ihr ist ein Tumor aus der Brust entfernt worden. Um ein Wiederauftreten zu verhindern, folgt anschließend eine Strahlentherapie. Dabei geht das Team der Radioonkologie seit 2008 für viele Patientinnen einen anderen Weg als die allermeisten vergleichbaren Abteilungen in Österreich. Die „Hypofraktionierte Bestrahlung“ kombiniert eine um 40% verkürzte Behandlungsdauer mit gleicher Effizienz und leicht verbesserter Verträglichkeit im Vergleich zur gängigen Therapie mit niedrigeren Strahlendosen.

Bestrahlung

Oberärztin Mag. Dr. Elisabeth Bräutigam hat sich intensiv mit der Methode beschäftigt und sie vor acht Jahren in Linz eingeführt. Sie erklärt das Prinzip: „Die Dosis der hochenergetischen Röntgenstrahlen pro Sitzung ist höher, dafür kommen wir mit 15 statt 25 Sitzungen aus. Das bedeutet für Patientinnen wie Frau Digby einen wesentlichen Gewinn an Lebensqualität. Die Methode ist für eine breite Anwendung gut geeignet. Nur bei Frauen mit sehr großer Brust und Patientinnen unter 50 Jahren sind wir wegen noch unvollständiger Studienergebnisse vorsichtig.“

 

Primarius Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz, Vorstand der Radio-Onkologie im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz, ist von den Vorteilen der erhöhten Strahlendosis überzeugt: „Vorsichtig interpretiert kann man die bisherigen Daten so zusammenfassen: Diese Therapie ist gleich effektiv und langfristig sogar etwas besser verträglich als die seit Jahrzehnten angewandte Bestrahlung mit 25 Sitzungen und einer niedrigeren Dosis. Nach unseren Erfahrungen treten praktisch keine belastende Nebenwirkungen, insbesondere kaum Hautveränderungen, auf. Für jede Patientin wird individuell die notwendige Strahlendosis errechnet. Millimetergenaue Positionierung am Gerät sorgt dafür, dass gesundes Gewebe bei der Bestrahlung kaum in Mitleidenschaft gezogen wird.“

 

Neben den medizinischen Vorteilen gibt es auch ökonomische Aspekte: In gleicher Zeit können durch die eingesparten Sitzungen mit der gleichen Geräteanzahl mehr Patientinnen und Patienten bei kürzeren Wartezeiten bestrahlt werden. Außerdem sinkt für die Krankenkassen durch die um 40% verringerten Sitzungen auch der Fahrtspesenersatz im gleichen Maß.

 

 

Weitere Informationen

http://www.bhslinz.at/medizinisches-angebot/radio-onkologie/

 

 

Bild: © BHS Linz/Herbe

Mag. Ilse Digby ist “Jubiläumspatientin“ der Hypofraktionierten Bestrahlung und Nutznießerin dieser schonenden Methode. Das Behandlungsteam der Radioonkologie

(v. l. Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz, Bereichsleiterin Mag. Margareta Böck, OÄ Dr. Elisabeth Bräutigam, Radiologietechnologe Hermann Horner) stellte sich zum aktuellen Termin mit einem Blumenstrauß ein.