Beckenboden Zentrum

Barmherzige Schwestern

Der weibliche Beckenboden

Als Beckenboden bezeichnet man den bindegewebig-muskulöse Boden der Beckenhöhle beim Menschen.

Der Beckenboden wird unterteilt in

  • Diaphragma pelvis: hinterer Beckenbodenteil, durchbrochen vom Mastdarm
  • Diaphragma urogenitale: vorderer Beckenbodenteil, Durchtritt der Harnröhre und der Scheide
  • Schwellkörper- und Schließmuskelschicht

 

Der Beckenboden hat drei Hauptfunktionen:

  1. anspannen,
  2. entspannen,
  3. reflektorisch gegenhalten (anspannen als Reaktion auf eine Druckerhöhung im Bauchraum).

     

Anspannen ist wichtig zur Sicherung der Kontinenz bei Frauen und Männern. Dabei unterstützt die Beckenbodenmuskulatur maßgeblich den unteren Teil der Harnröhre, die Schließmuskeln der Harnblase und des Anus.

Der Beckenboden entspannt sich beim Wasserlassen, beim Stuhlgang, bei der Frau beim Geschlechtsverkehr, Beim Orgasmus pulsiert der Beckenboden, das heißt Anspannung und Entspannung wechseln sich ab.

Reflektorisch gegenhalten muss der Beckenboden beim Husten, Niesen, Lachen, Hüpfen, schwere Lasten Tragen usw., sonst kann es zu Urinverlust kommen.

Erkrankungen beim Menschen

Der Beckenboden wird durch Übergewicht, chronische körperliche Überlastung, chronischen Husten (COPD, Rauchen), schlechte Haltung, Nervenschäden (Diabetes mellitus), Operationen im kleinen Becken, genetische Bindegewebsschwäche und teilweise durch Medikamente geschwächt.

Bei der Frau kann die Beckenbodenmuskulatur zusätzlich durch vaginale Geburten geschwächt oder dauerhaft geschädigt werden. Die Verletzungen können zu mangelnder Kontrolle der Ausscheidungsorgane, ständigem Harndrang, Blasensenkung, Scheidenvorfall und Gebärmuttersenkung führen.

Ein schadhafter Beckenboden kann die Lebensqualität stark beinträchtigen!

 In vielen Fällen können die Probleme durch entsprechendes Training gemildert oder sogar wieder behoben werden. Solche Übungen verhelfen zur Entwicklung und Kontrolle der Beckenbodenmuskulatur und können Frauen auch dazu verhelfen, ihren Orgasmus besser zu kontrollieren.

Wenn Beckenbodentraining sowie weitere konservative Maßnahmen nicht ausreichen, oder bei fortgeschrittenen Senkungszuständen ist eine Operation notwendig

Operationen für vaginale Scheiden- und Beckenbodenplastiken bei Senkungszuständen gehören zu den häufigsten gynäkologischen Operationen.

 

Belastungen des Beckenbodens in 70 Jahren (durchschnittlich)

153.000                Wasserlassen

25500                    Stuhlgang

2-3                         Geburten

5000                      Geschlechtsverkehr