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Spitzenmedizinischer Schwerpunkt

Blutkrebs

Patientinnen und Patienten stoßen bei der Recherche zu ihrer Erkrankung im Internet auf vielfältige und oft auch widersprüchliche Informationen. Dies kann für Verunsicherung sorgen. Auf dieser Seite finden Sie geprüfte und seriöse Inhalte zu Blutkrebs, erstellt von unseren Expertinnen und Experten. Bedenken Sie bitte, dass diese Informationen ein ausführliches Arztgespräch nicht ersetzen können.

 

Erkrankungsbild

Der Begriff Leukämie bezeichnet verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, die umgangssprachlich als Blutkrebs bezeichnet werden. Allen Leukämien ist gemeinsam ist, dass es zu einer Bildung von bösartigen Blutkörperchen kommt. Anders als gesunde weiße Blutkörperchen (Leukozyten) vermehren sich die Leukämiezellen unkontrolliert und verdrängen die gesunde Blutbildung im Knochenmark. Grundsätzlich wird zwischen chronischen und akuten Leukämien unterschieden. Bei Ersteren nehmen die mit der Erkrankung verbundenen Beschwerden meist über Jahre langsam zu, während bei Zweiteren die Krankheitssymptome rasch auftreten und sich innerhalb weniger Tagen bis Wochen rasch verschlechtern. In Österreich erkranken knapp über 1.000 Menschen jährlich an einer Form von Leukämie.

 

Symptome

Es gibt keine für die Erkrankung typischen Symptome. Chronische Leukämien werden nicht selten im Rahmen einer Blutabnahme entdeckt. Wenn nicht als Zufallsbefund entdeckt, sind es verschiedene körperliche Beschwerden, die auf eine Leukämieerkrankung hinweisen können. In aller Regel tritt nicht ein Symptom alleine auf, sondern es sind gerade bei akuten Leukämien viele der genannten Beschwerden. Dazu zählen:

  • Auffällige Hautblässe
  • Schweres Krankheitsgefühl, Fieber, häufig mit einer hartnäckigen Infektion einhergehend (vor allem bei akuten Leukämien)
  • Blutungsneigung, z.B. in Form von Nasen- oder Zahnfleischbluten, Blutergüssen und blauen Flecken
  • Anämie; infolgedessen Leistungsabfall, Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Atemnot auch bei nur mäßiger körperlicher Belastung
  • Schwindel, Nachtschweiß
  • Knochenschmerzen
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Blutungen, die sich schwer stillen lassen (z.B. nach Zahnarztbesuch) oder winzige punktartige Blutungen, vor allem an Armen und Beinen
  • Erhöhte Infektionsneigung
  • Hautveränderungen bis hin zu Ausschlägen
  • Geschwollene Lymphknoten, etwa am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leiste
  • Vergrößerte Milz
  • Vergrößerte Leber

 

Diagnose

Neben einem ausführlichen Anamnesegespräch wird eine allgemeine körperliche Untersuchung vorgenommen. Unter anderem werden die Lymphknoten sowie der Bauch abgetastet, um eventuelle Vergrößerungen von Milz oder Leber feststellen zu können. Da es bei Leukämie in der Regel auch keine feste Tumorbildung gibt, die man etwa durch Ertasten feststellen könnte, werden bei Verdacht auf Blutkrebs verschiedene Labortests durchgeführt. Am wichtigsten ist dabei die Untersuchung des Blutbildes. Diese gibt Auskunft über das Verhältnis der eigenen Blutbestandteile. Bei einer Leukämie ist die Zahl der gesunden Blutzellen, das heißt der weißen Blutkörperchen, der roten Blutkörperchen sowie der Thrombozyten meist verringert. Bei vielen (aber nicht allen) Leukämien treten die Leukämiezellen aus dem Knochenmark in die Blutbahn über. In diesem Fall ist die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen meist erhöht, da sich die Leukämiezellen aus Vorläuferzellen gesunder weißer Blutkörperchen entwickeln und somit zu den weißen Blutkörperchen gezählt werden. Die erhöhten weißen Blutkörperchen im Blut von Leukämiepatienten setzen sich somit aus einem verminderten Teil gesunder weißer Blutkörperchen und einem größeren Teil krankhafter Leukämiezellen zusammen.

Wenn die Leukämiezellen nicht ins Blut übertreten, kann die im Blut feststellbare Verminderung der gesunden Blutzellen auch zahlreiche andere Ursachen haben. Daher kann in diesen Fällen die Diagnose Leukämie nur durch eine Punktion des Knochenmarks erfolgen. Hierzu erfolgt in Kurznarkose eine Biopsie des Hohlraums des Beckenknochens: Das Innere von Knochen besteht aus einem Gerüst von Knochenbälkchen. Dieses wird durch ein feines Netz von Blutgefäßen durchzogen, zwischen denen ein spezialisiertes Binde- und Stammzellgewebe liegt, das sogenannte Knochenmark. Das Knochenmark ist der Ort der Bildung von gesunden Blutzellen und bei an Leukämie erkrankten Personen auch der Ort der Bildung der krankhaften (Leukämie-)Zellen. Wenn man das Knochenmark untersucht, kann man eine Leukämie eindeutig diagnostizieren. Zudem werden weitere Spezialuntersuchungen (Immunphänotypisierung, Zytogenetik, molekulargenetische Untersuchungen) angeschlossen, um die optimale Behandlung festlegen zu können. Besteht der Verdacht, dass auch ein Befall des Zentralnervensystems (Gehirn, Rückenmark) vorliegt, muss zusätzlich eine Punktion des Nervenwassers (Liquor) durchgeführt werden. Um festzustellen, ob auch Organe im Bauchraum betroffen sind, kommt eine Computertomographie zum Einsatz.

 

Welche Leukämiearten gibt es?

Man unterscheidet prinzipiell akute und chronische Leukämien. Jede dieser beiden Formen unterscheidet man weiter nach der Art  der zugrundeliegenden weißen Blutkörperchen in myeloische und lymphatische Leukämien. Es ergeben sich daher 4 Hauptgruppen:

  • Akute Lymphatische Leukämie (ALL): Diese Art der Leukämie tritt grundsätzlich eher selten auf, ist aber mit 80 Prozent die häufigste Form bei Kindern und Jugendlichen. Da die Erkrankung auch die Hirnhäute betreffen kann, ist eine komplexe Therapie erforderlich.
  • Akute Myeloische Leukämie (AML): Die AML ist die häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen, bei der eine frühe Vorstufe einer myeloischen Zelle entartet und sich unkontrolliert vermehrt.
  • Chronische Lymphatische Leukämie (CLL): Die CLL ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems und tritt in den meisten Fällen nach dem 50. Lebensjahr auf. Die entarteten Zellen finden sich in lymphatischen Organen wie Knochenmark, Lymphknoten oder Milz auf und sind auch im Blut nachweisbar.
  • Chronische Myeloische Leukämie (CML): Bei der CML findet eine starke Vermehrung von myeolischen weißen Blutkörperchen statt.

 

Therapie

Bei der Behandlung von Leukämien steht die Durchführung einer medikamentösen Therapie im Vordergrund. Bei chronischen Leukämien kommen heutzutage zielgerichtete Medikamente (Antikörper, Tyrosinkonaseinhibtoren) zum Einsatz. Bei akuten Leukämien ist dies oftmals eine klassische Chemotherapie. Auch eine Stammzellentransplantation kann bei entsprechender Indikation durchgeführt werden.

Weitere Informationen zur Stammzellentransplantation / Transplantationszentrum

FAQs: Blutkrebs

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen von Patientinnen zum Tumor der Gebärmutterhöhle, beantwortet von unseren Experten. Wichtig sind jedoch die Informationen, die Ihnen Ihr Behandlungsteam gibt. Diese können je nach Ihrer individuellen Situation und Ihrem Operationsverlauf abweichen. Vertiefende Informationen finden Sie in der Broschüre der Krebshilfe. 

OÄ Dr. Sigrid Machherndl-Spandl, Interne 1
OÄ Dr.in Sigrid Machherndl-Spandl
Leitung Hämatoonkologisches Zentrum