Gastritis, Ulkus

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Dyspepsie bezeichnet chronische Magenbeschwerden mit Schmerzen im Oberbauch, die durch Essen entweder verschlechtert oder gebessert werden können. Weiters kommen dazu Völlegefühl, Übelkeit, evtl. auch Erbrechen. Dabei kann histologisch eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) nachweisbar sein oder auch nicht. Es gibt durchaus viele Patienten mit Gastritis, die keine Beschwerden haben. Eine Gastritis kann zu einem Geschwür (Ulcus) führen, wobei die Beschwerden dann tendenziell stärker werden, in einigen Fällen aber auch völlig fehlen können.

Die Dyspepsie behandelt man probeweise mit Säurehemmern (Protonenpumpenhemmer), Peristaltikanregern (sogenannte Prokinetika) oder Pflanzenwirkstoffen wie Wermutkraut, Tausendguldenkraut, Kümmel, Anis, Fenchel oder Kamille. Länger andauernde oder starke Beschwerden veranlassen üblicherweise eine endoskopische Abklärung mittels Gastroskopie. Dabei wird der Magen routinemäßig biopsiert, eine evtl. Helicobacterinfektion aufgedeckt und der Typ und Schweregrad einer chronischen Gastritis festgelegt. Der Arzt unterscheidet chronische Gastritis vom Typ A, B, C und D. Die beiden häufigsten sind Typ B und C. Die chronische B-Gastritis ist durch eine Infektion mit Helicobacter pylori bedingt, die Typ C-Gastritis entweder durch Medikamente oder durch einen Rückfluss von Dünndarmsaft in den Magen.

SYMPTOME

Eine chronische Gastritis entwickelt sich hingegen langsam, und verursacht bei vielen keine Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, sind diese oft unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Zu diesen uncharakteristischen Beschwerden gehören Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel.

DIAGNOSE

Eine Gastritis wird mittels einer Gastroskopie (Magenspiegelung) diagnostiziert.

THERAPIE

Bei der chronischen Gastritis hängt die Behandlung von der Form der Gastritis ab.  Es werden Typ-A-, Typ-B- und Typ-C-Gastritis unterschieden. Erstere lässt sich nicht ursächlich behandeln, Medikamente für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 und Eisen sind zu injizieren. Ist das Bakterium Helicobacter pylori der Auslöser für die Entzündung (Typ-B-Gastritis), werden Antibiotika  verschrieben.

VORSORGE

Ein Magen mit einer diffusen chronischen Gastritis mit intestinalen Metaplasien soll wegen des erhöhten Karzinomrisikos alle 3 Jahre endoskopisch kontrolliert werden. Eine Helicobacterinfektion muss bei Ulcusanamnese oder familiärer Karzinombelastung eradiziert werden, d.h. mit einer 14-tägigen Antibiotikakur behandelt werden. Der Erfolg einer solchen Therapie wird nach frühestens 6 Wochen durch einen Atemtest kontrolliert. Ulcera ventriculi werden wegen der Verwechslungsgefahr mit einem Karzinom bis zur Abheilung alle 8 Wochen endoskopisch nachuntersucht. Patienten mit Autoimmungastritis, familiärer Karzinombelastung und manchen genetischen Syndromen werden jährlich gastroskopiert, um eine mögliche Krebsentstehung möglichst frühzeitig zu erfassen.

 

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