Bauch

Spitzenmedizinischer Schwerpunkt

Dyspepsie

Ätiologie

Epigastrische Schmerzen, Völlegefühl und Übelkeit ohne organisch faßbaren Befund in Gastroskopie, Sonographie und Laborscreening stellen in vielerlei Hinsicht ein Problem dar. Die Ursache ist nach wie vor unklar, diskutiert werden motorische Anomalien (verminderte Compliance des proximalen Magens, reduzierte Peristaltik), psychologische Einfl üsse (Streß, Ärger), Veränderungen der Sekretion und die Enfektion mit Helicobacter Pylori.

Pathogenese

Sie ist unklar, abgesehen von den oben beschriebenen motorischen Anomalien.

Symptomatik

Epigastrische oder retrosternale Schmerzen, die sich postprandial meist verschlechtern; Sodbrennen und Aufstoßen; V öllegefühl und Übelkeit; eine Einteilung in 3 Typen hat sich weit verbreitet:

• Ulkustyp: Schmerzen wie bei Ulkuserkrankung ohne endoskopisch faßbares Korrelat

• Refl uxtyp: Refl uxbeschwerden ohne endoskopisch faßbares Korrelat

• Motilitätstyp: Völlegefühl und Aufstoßen stehen im Vordergrund

Diagnose

Die Diagnose ist eine Ausschlußdiagnose: bei den oben angeführten Beschwerden ist eine Standard- Durchuntersuchung mittels Endoskopie, Sonographie und Laborscreening unauffällig. Ein histologischer Gastritisnachweis ist kein Ausschlußgrund.

Differentialdiagnose

Ulcus, erosive oder histologisch hochaktive Gastritis, Refl uxösophagitis, Malignom werden durch die Endoskopie mit Biopsie erkannt. Die Sonographie schließt ein Galleleiden mit atypischer Symptomatik oder eine schwere Pankreaserkrankung aus. Das Laborscreening unterstützt dabei; Enzymauslenkung oder Entzündungszeichen sollen dabei ein Anlaß für weitergehende Untersuchungen sein.

Therapie

Beim Ulcus- und Refluxtyp können Säurehemmer (Protonenpumpenblocker oder H2-Blocker) Besserung schaffen, beim Motilitätstyp Prokinetika (z.B. Cisaprid). Eine Eradikationsbehandlung bei positivem Hp-Nachweis war in Studien überwiegend ohne Erfolg. Stressminderung, Entspannungstechniken oder ein verhaltens-therapeutischer Ansatz können bei Akzeptanz einer psychosomatischen Erklärung Hilfe schaffen. Eine Versicherung nach Durchuntersuchung, an keiner gefährlichen Erkrankung zu leiden, reduziert den Leidensdruck oft schon erheblich.

Diät

Leider ist keine allgemeingültige wirksame Diät bekannt. Es ist sinnvoll, individuell schlecht vertragene Nahrungsmittel zu eliminieren. Allerdings führt das alleine selten zu einer wesentlichen subjektiven Besserung.

Magen

 

Prognose

Die Prognose quoad vitam ist sehr gut, aber die Lebensqualität kann nicht bis sehr stark beeinträchtigt sein. Dazu tragen oft recht rigide Diäten bei, die streng eingehalten werden. Die Patienten neigen zum „Doktor – shopping“.

 

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