Bauch

Spitzenmedizinischer Schwerpunkt

Adipositas

Die krankhafte Fettsucht (Adipositas) ist von der WHO seit 1997 als chronische Krankheit anerkannt und ist weltweit ein rasant wachsendes Gesundheitsrisiko. Die Adipositas als komplexes Krankheitsbild betrifft alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen und beschränkt sich keineswegs nur auf die Industrieländer. Waren im Jahre 1995 weltweit noch 200 Millionen Erwachsene adipös, so waren es im Jahre 2000 schon 300 Millionen, davon 115 Millionen in Entwicklungsländern.
Auch in Österreich nimmt die Prävalenz der Adipositas  seit vielen Jahren kontinuierlich zu. Derzeit sind etwa 50 % der erwachsenen Männer und 40% der Frauen übergewichtig. Gründe für die Adipositas sind eine positive Energiebilanz durch fehlgesteuerte Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum zum Teil beeinflusst durch genetische Faktoren.

Krankhaftes Übergewicht (morbide Adipositas) kann die Lebenserwartung wegen des gehäuften Auftretens von Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Leberverfettung, Arterienverkalkung, nächtliches Schnarchen (Schlaf-Apnoe-Syndrom) beträchtlich verkürzen. Außerdem führt das Übergewicht häufig zu Gelenksbeschwerden.

Starkes Übergewicht wirkt sich auch auf die Psyche aus. Es entsteht ein negatives Selbstbild und eingeschränktes Selbstbewusstsein, und so kann schweres Übergewicht sogar zu sozialer Isolation führen.Der Body Mass Index (BMI) gilt als internationaler Maßstab für die Einteilung der Fettleibigkeit. Von erheblichem Übergewicht sprechen wir bei einem BMI von über 35kg/m² (zB. Grösse 170 cm, Gewicht 105 kg).
Wie man Übergewicht bekämpft, ist kein Geheimnis: Weniger und vor allem vernünftiger essen. Durch mehr Bewegung mehr Energie verbrauchen und mehr Fettreserven verbrennen. Jeder hat das schon einmal ausprobiert. Vielleicht sogar mit einigem Erfolg. Die meisten Methoden zum Abnehmen sind zwar zunächst erfolgreich, aber schon nach kurzer Zeit ist das alte Gewicht wieder erreicht. Im schlechtesten Fall zeigt die Waage mehr als vorher an. Auch Appetitzügler führen zu keinem dauerhaften Gewichtsverlust.
Ab einem BMI von über 40 bzw. bei einem BMI von über 35 und vorhandenen Begleiterkrankungen kann eine Operation eine sinnvolle Behandlungsform sein, um das krankhafte Übergewicht dauerhaft zu bekämpfen. Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten der OP in einer Adipositas Klinik oder unserer Adipositas Ambulanz in Linz von der Krankenkasse übernommen.

Therapie
Auf der Chirurgie des KH der BHS behandeln wir Fettleibigkeit (Adipositas) und die damit zusammenhängenden metabolischen Störungen in einer weit über den reinen chirurgischen Eingriff hinausgehenden Therapie. In einem interdisziplinären Team von Spezialisten entwickeln wir gemeinsam für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept. Repräsentiert sind hier neben der Chirurgie der BHS auch Spezialisten für Endokrinologie (Stoffwechsel), Ernährungstherapie und Psychologie unseres Kooperationspartners des KH der Barmherzigen Brüder Linz. Durch unsere langjährige Erfahrung mit minimal-invasiven Operationstechniken können wir eine individuell zugeschnittene chirurgische Therapie anbieten.

Voraussetzungen für eine chirurgische Therapie
•Body-Mass-Index > 40 oder BMI > 35 mit Begleiterkrankungen (Diabetes mellitus, Schlafapnoe, Arterielle Hypertonie usw.).
•Das Übergewicht besteht seit mehr als 3 Jahren.
•Lebensalter zwischen 18 und etwa 65 Jahren, biologisches Alter entscheidend.
 Ausgeschöpfte konservative Methoden (Diäten, Ernährungsberatung/-umstellung, Bewegungstraining, Verhaltenstherapie, etc.);
•Keine bestehende Psychose, Depression (reaktive Depressionen aufgrund des Gewichtes ausgenommen).
•Keine vorhandene Suchtsymptomatik (wegen der evtl. Gefahr der Suchtverlagerung; keine Alkohol-, Tabletten- und Drogenabhängigkeit).

Verfahren
Es gibt zahlreiche Operationsverfahren, von denen bei uns der Schlauchmagen (Gastic sleeve) und der Magenbypass (Roux-Y-Magen-Bypass) als Standard-verfahren individuell in Betracht kommt.
Schlauchmagen und Magenbypass entfalten ihre Wirkung, indem die Nahrungs-zufuhr begrenzt wird (Restriktion). Zusätzlich findet beim Magenbypass auch eine Einschränkung der Aufnahme der Nahrungsinhaltsstoffe durch den Körper (Malabsorption oder Malresorption) statt. Durch die Verkürzung der Verdauungs-passage wird die Nahrung schlechter verwertet.
Das Ausmaß des erzielbaren Gewichtsverlustes hängt nicht nur von der Operationsmethode ab, sondern auch davon, dass Sie Ihr Ernährungsverhalten dauerhaft umstellen und durch eine ausreichende sportliche Tätigkeit aktiv zum Erhalt des Erfolges beitragen.
Keine der Operationsmethoden kann bei mangelnder körperlicher Betätigung oder einer falschen Ernährung eine erneute Gewichtszunahme verhindern. Das Ausmaß des Gewichtsverlustes ist auch individuell verschieden.

Magen

 

Gastric sleeve (Magenschlauch)
Bei der Sleeve Gastrektomie handelt es sich um einen Eingriff, bei dem der größere rechte Teil des Magens (Korpus - Fundus) entfernt wird, so dass ein 2-3 cm dicker Magenschlauch übrig bleibt. Dieser Schlauch wird mit Metallklammern gebildet und bedingt eine deutliche Verringerung des Füllungsvolumens. Dadurch kommt es nach Zufuhr kleiner Nahrungsmengen bereits zum Sättigungsgefühl. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass durch die Sleeve Gastrektomie das Hungerhormon Ghrelin vermindert ausgeschüttet wird und Patienten weniger Hunger verspüren.
Die Sleeve Gastrektomie wird laparoskopisch (mit Bauchspiegelung) durchgeführt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 5 Tage.
Patienten müssen nach einer Sleeve Gastrektomie lebenslang Vitamin B 12 zuführen.

Magenbypass
Bei der Magenbypass-Operation wird ein kleiner Vormagen gebildet, der durch einen „Bypass“ direkt mit dem Dünndarm verbunden wird. Der restliche Magen, der Zwölffingerdarm und ein Teil des oberen Dünndarmes sind damit ausgeschaltet. So kommen die Verdauungssäfte wie Galle und Bauchspeichel-drüsensaft erst später mit dem Nahrungsbrei in Kontakt. Vor allem Fette werden so weniger wirksam gespalten und entsprechend vermindert aufgenommen. Durch die Ausschaltung des Zwölffingerdarms ist eine Supplementierung (Zuführung von Vitaminen und Mineralstoffen) zwingend notwendig.
Die Magenbypass Operation bei uns in Linz erfolgt ebenfalls in Vollnarkose und wird laparoskopisch (mit Bauchspiegelung) durchgeführt.

Nachsorge
Bitte beachten Sie, dass nach einer Operation eine lebenslange Nachsorge notwendig ist. Diese erfolgt sowohl in unser chirurgischen Spezialambulanz (bariatrische und metabolische Chirurgie Ambulanz) als auch in der Stoffwechsel-ambulanz der Barmherzigen Brüder Linz.  Hier erfolgen die notwendigen Blutuntersuchungen und Beratungen.
Es wird empfohlen, eine planbare Schwangerschaft wegen der potentiellen Malnutrition nicht in die Phase der größten Gewichtsabnahme (ca. 18 Monate) nach einem Eingriff zu legen. Eine ausreichende und ausgeglichene Ernährung müssen für Mutter und Kind gewährleistet sein. Vor allem nach einem Magenbypass ist daran zu denken, dass die Pille zur Empfängnisverhütung nicht mehr so sicher ist. Während einer Schwangerschaft nach einer Operation wird allgemein die Nachbetreuung intensiviert.
Zur Nachsorge und Langzeittherapie gehört in unserem Zentrum auch die Beratung und Planung der in vielen Fällen erforderlichen Operationen zur Wiederherstellung der Körperkontur nach einer massiven Gewichtsreduktion. Hier steht Ihnen die plastische Chirurgie des Hauses zur Verfügung.