Bauch

Spitzenmedizinischer Schwerpunkt

Divertikel

Ätiologie

Unklar. Die Erkrankung tritt vor dem 40. Lebensjahr kaum auf und wird mit zunehmendem Alter immer häufiger. Anlage und eine ballaststoffarme Ernährung über Jahrzehnte scheinen eine wichtige Rolle zu spielen.

Pathogenese

Durch Schwachstellen der Muscularis Propria stülpen sich Mukosa und Submukosa nach außen. Divertikel häufen sich im linksseitigen Colon, vor allem im Sigma, können aber prinzipiell in allen Darmabschnitten auftreten. Divertikel können sich mit Stuhl füllen, dieser sich verhärten und inkarzerieren. Durch Infektion (v.a. Anaerobier) kann es zur eitrigen Entzündung (Divertikulitis) kommen. Die Divertikel können platzen und zur Peritonitis führen, sie können bluten oder durch wiederkehrende Entzündung narbige Stenosen des Darms hervorrufen.

Symptomatik

Die allermeisten Divertikel verursachen keine Beschwerden. Wenn doch, sind Schmerzen typisch, entsprechend der bevorzugten Lokalisation meist im linken Unterbauch. Die Divertikulitis hat meist starke Schmerzen, dazu Fieber und Entzündungszeichen im Labor. Die Divertikelperforation macht sich durch meist sehr starke, jetzt diffuse Bauchschmerzen mit Abwehrspannung und freier Luft im Abdomen (Leerröntgen oder CT) deutlich bemerkbar. Eine Divertikelblutung ist durch dunkelrotes Blut im Stuhl zu erkennen, Stenosen äußern sich durch Ileus- oder Subileussymptome.

Diagnose

Geeignete Verfahren sind die Irrigoskopie, mit Einschränkung die Coloskopie (sieht nicht alle Divertikel, ist bei Divertikulitis wegen des Perforationsrisikos gefährlich, aber bei der Divertikelblutung die Diagnosemethode der Wahl, zugleich mit der therapeutischen Option der endoskopischen Blutstillung). Bei akuten Schmerzen ist das Verfahren der Wahl wohl die CT, da sie die Divertikulitis und freie Luft nachweisen kann und andere Organe wie inneres Genital, ableitende Harnwege und Retroperitoneum mit darstellt.

Differentialdiagnose

Colon Irritabile, Colitis, Colonkarzinom, Erkrankungen der Adnexe, des Harnleiters.

Therapie

Diätmodifikation, Spasmolytika, Laxantien. In der akuten Entzündung sind Antibiotika notwendig, am besten Metronidazol. Rezidivierende Entzündungen lassen oft den Entschluß zur Resektion des divertikeltragenden Anteils reifen, Stenosen machen eine rasche Operation, die Perforation eine Notfalloperation notwendig. Blutungen werden endoskopisch zu stillen versucht, gelingt das nicht, wird ebenfalls reseziert.

Darm

 

Diät

Obwohl langfristig eine ballaststoffreiche Ernährung Divertikel zu verhindern scheint, werden Ballaststoffe bei manifester Divertikelerkrankung oft sehr schlecht vertragen und führen zur Vermehrung des Schmerzes, sodaß man in diesem Fall mit einer ballaststoffarmen, wenig blähenden Diät am ehesten erfolgreich sein wird.

Prognose

Sehr gut, da die allermeisten Divertikel in Relation zu ihrer H äufigkeit selten Schmerzen und extrem selten Komplikationen verursachen.


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Ansprechpartner

OA Dr. Ulrike Enkner, Chirurgie
OÄ Dr.in Ulrike Enkner
Stv. Standortleiterin