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Ordensklinikum Linz

Zuweiserinfos Covid-19: Covid-19 Grundlagenwissen

Datum: 12.05.2020

Was wir derzeit über die Krankheit wissen – und was nicht.

 

Ist Covid-19 eine reine Lungenkrankheit?

Derzeit scheint Covid-19 mehr als „nur“ eine Lungenerkrankung zu sein. Neben der Lunge beeinträchtigt die Krankheit auch die Gefäße und löst insbesondere eine Immunantwort aus, die wiederum zu Komplikationen führen kann (zum Beispiel Gerinnungsstörungen etc.).


Ist Covid-19 mit der Grippe (Influenza) vergleichbar?

Momentan wissen wir zu wenig über Covid-19, um diese Krankheit mit der Influenza vergleichen zu können. Die Letalität dürfte höher sein – um wie viel ist allerdings unklar. Gleiches gilt für die Infektiosität.


Welche Behandlungsoptionen funktionieren und welche nicht?

Das ist schwer zu sagen, da die Zeit für Untersuchungen noch zu kurz ist. Am weitesten fortgeschritten ist Remdesivir. Dieses Medikament ist in den USA für schwere Verläufe zugelassen. Vielversprechend ist auch die Behandlung von Patienten mit dem Plasma von Genesenen. Andere Behandlungsformen (wie Malariamittel, Tocilicumab und weitere das Immunsystem beeinflussende Medikamente) sind leider bislang nicht so erfolgreich wie erhofft. An Präparaten, die die Aufnahme des Coronavirus hemmen sollen, wird derzeit geforscht.


Welche Personen sind besonders gefährdet, an Covid-19 mit einem schweren Verlauf zu erkranken?

Auf jeden Fall Menschen mit Vorerkrankungen sowie ältere Patienten. Nähere Informationen zu Risikogruppen finden Sie in dieser Übersicht.


Welche Todesursachen wurden bei Covid-19-Patienten festgestellt?

Hierzu fehlen genaue Daten. Bei Lungenversagen stellt sich die Frage, ob dieses auf einer klassischen Entzündung der Lunge oder Durchblutungsproblemen basiert. Bei vielen entwickeln sich klassische Lungenentzündungen im Rahmen der Erkrankung zur Superinfektion, die zu weiteren Problemen führt. Auf jeden Fall sind im Verlauf auch andere Organe betroffen und zu den Todesursachen zählen auch Herzinfarkte oder Multiorganversagen.


Treten Langzeitschäden durch eine Covid-19-Erkrankung auf?

Hier ist der Beobachtungszeitraum noch zu kurz, um konkrete Aussagen treffen zu können.


Wurde die Eindämmung der Covid-19-Pandemie durch die staatlichen Maßnahmen zur Reduktion sozialer Kontakte erreicht oder ist dies der „reguläre“ Verlauf?

Früh gesetzte Maßnahmen wie das Versammlungsverbot und das „social distancing“ waren effektiv, aber eine Quantifizierung ist schwierig. Dass sich die Pandemie trotz unterschiedlicher Maßnahmen aktuell eindämmt, ist sicherlich multifaktoriell – abhängig unter anderem von Jahreszeit, Maßnahmen und Bevölkerungsstruktur (Alter, Bevölkerungsdichte etc.) – und deshalb schwer verlässlich zu fassen.
 

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Foto: Adobe Stock


Wo und wie infizieren sich Menschen mit dem Coronavirus?

Laut einer epidemiologischen Abklärung der AGES erfolgt die Übertragung, wenn mehrere Menschen für längere Zeit (kumulativ 15 Minuten) am selben Ort sind. Infizierte können das Virus übertragen, bevor sie selber Symptome bemerken. Interessant: In der Analyse zeigte sich keine Übertragungen in einem öffentlichen Verkehrsmittel sowie in Geschäften.


Wird eine „zweite Welle“ kommen? 

Es ist nicht auszuschließen, dass eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie auftritt. Dies könnte am ehesten im Herbst passieren. 


Wie kann sich der Gesundheitsbereich auf eine mögliche „zweite Welle“ vorbereiten?

Auf jeden Fall sollten die Hygienemaßnahmen beibehalten werden. Das schließt auch eine Triage mit schneller Testung ein, damit Patienten den entsprechenden Bereichen (reine oder unreine) zugewiesen werden können. Dieses Vorgehen ist im Übrigen auch für die Grippesaison sinnvoll.

Grundsätzlich müssen diese Szenarien in die Regelversorgung integriert werden. Es ist notwendig, bei Bedarf adaptiv reagieren zu können und Bereiche im Krankenhaus funktionell umzuwidmen. Im Vordergrund steht jedoch, wie wir extramuraler Strukturen (wie etwa die Gesundheitshotline 1450) integrieren können.