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Ordensklinikum Linz

Studie der Radioonkologischen Abteilung: Optische Kohärenztomographie

Datum: 18.05.2020

Die Radioonkologische Abteilung im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern führt mit Unterstützung der Krebshilfe Oberösterreich eine Studie zur Früherkennung von strahleninduzierten Hautschäden mittels Optischer Kohärenztomographie durch. Ziel der Studie ist es, Hautschäden, die in Folge einer Strahlenbehandlung im Hals-Nasen-Ohren-Bereich auftreten können, frühzeitig zu erkennen und in Folge zu minimieren.

Optische Kohärenztomographie (kurz: OCT) soll dafür als schmerz- und nebenwirkungsfreie Untersuchungsmethode etabliert werden. Diese Methode erlaubt es voraussichtlich, Veränderungen in gewissen Hautschichten, die aufgrund der bei der Radiotherapie verwendeten ionisierenden Strahlung entstehen können, bereits in einem sehr frühen Stadium zu erkennen - bevor sie sichtbar und spürbar sind.

Gemeinsam mit dem Institut für Strahlenbiologie des Universitätsklinikums Erlangen (Deutschland) möchten wir außerdem erforschen, wie die individuelle Strahlensensibilität mittels molekularbiologischer Methoden (hier: der sog. 3-Farb-Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, kurz 3-Farb-FISH) vorhergesagt werden kann.

Unser Ziel ist es, die Strahlentherapie bald individuell auf Patientinnen und Patienten anpassen zu können.

Ablauf der OCT-Messung

Bei der Untersuchung wird – hauptsächlich im Rahmen Ihrer regulären Therapie – ein kleiner Messkopf für ein paar Sekunden auf der betreffenden Körperstelle platziert. Das physikalische Prinzip ähnelt einer Ultraschalluntersuchung, nur mit Licht. Die Methode ist ungefährlich, da eine sehr geringe Laserleistung verwendet wird.

Die Untersuchungen erlauben es, Veränderungen in der Haut über die gesamte Behandlung/Nachsorge aufzuzeichnen und mit dem Zustand vor der Therapie zu vergleichen.

 

 

Ergebnisse der OCT-Messung

Das so erhaltene Signal enthält die Informationen über Aufbau und Veränderung einzelner Hautschichten über den Zeitraum der Strahlenbehandlung. In Echtzeit werden die Scans zusammengefügt und somit ein Querschnittsbild erzeugt.

Diese Daten sollen in Zukunft in Zusammenarbeit mit unseren Partnern zur Untersuchung der individuellen Strahlensensibilität herangezogen und zur Entwicklung von bildbasierten Biomarkern, welche ohne Biopsien gewonnen werden können, dienen.

Ablauf/Ergebnisse der 3-Farben-FISH

Die Uniklinik Erlangen erforscht, wie die individuelle Strahlenempfindlichkeit mittels molekularbiologischer Methoden (hier: Testung der Stabilität des Erbguts) vorhergesagt und so die Wirkung der Bestrahlung auf den Tumor bzw. das Normalgewebe abgeschätzt werden kann. Im Rahmen der Studie wird Ihnen einmalig 20ml Blut abgenommen und nach Erlangen gesendet. Ziel ist, herauszufinden, ob vermehrt auftretende Schäden der Haut mit erhöhter Chromosomen-Brüchigkeit einhergehen bzw. ob die OCT-Ergebnisse mit denen der FISH übereinstimmen.

Nutzen, Risiken & Datenschutz

Die Datenerhebung erfolgt hauptsächlich während Ihrer regulären Therapie und Nachsorge. Die Untersuchung kann zu keinen zusätzlichen Nebenwirkungen oder Beschwerden führen. Sie unterliegen während der Studie besonders engmaschigen Kontrollen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Sie können Ihre Teilnahme jederzeit und ohne nachteilige Folgen beenden.

 

Kontakt:

Abteilung für Radioonkologie 
Tel.: +43 732 76 77 - 6938
E-Mail: hans.geinitz@ordensklinikum.at

Die Studie erfolgt in Kooperation mit: