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Ordensklinikum Linz

Spitzensport nach Lungenkrebs

Lebensfreude, Optimismus und eine große Portion Glück: Das Foto zeigt eine frühere Lungenkrebs-Patientin auf einem Sechstausender in Peru. „Ich möchte mit meiner Geschichte anderen Betroffenen Mut machen“, sagt Daniela Mühlbauer. „Mit 19 Jahren sollte ich die Mandeln herausbekommen. Bei einer Untersuchung wurde ein Schatten auf der Lunge entdeckt“, erinnert sich die heute 29-Jährige. Die Ärzte vermuteten zuerst, dass die Lunge von einem Pilz befallen war, „alles war sehr unsicher. Eine Biopsie ergab, dass es sich um etwas Gutartiges handelt“, so Mühlbauer. Der Chirurg riet ihr trotzdem zu einer Operation – die richtige Entscheidung. Denn bei dem Eingriff stellte sich heraus, dass es sich um Lungenkrebs handelte. Ein großer Teil des Organes musste entfernt werden.

Zufallsbefund rettete ihr das Leben

"Es handelte sich um einen Zufallsbefund, deshalb konnten wir rechtzeitig operieren. Lungenkrebs ist bei so jungen Menschen äußerst selten", sagt Univ.- Doz. Dr. Florian Tomaselli vom Ordensklinikum Linz Elisabethinen. "Wir sind das einzige Thoraxzentrum in Österreich und haben mit dem Allianzpartner Gespag einen Organschwerpunkt Lunge. In Stadium eins beträgt die Fünf-Jahre-Überlebensrate bei Lungenkrebs 80 Prozent", so der Lehrbeauftragte der Uni Graz. So hatte auch die junge Patientin Glück: Sie musste keine Chemotherapie oder Bestrahlungen über sich ergehen lassen, sondern durchlief nur das fünfjährige Nachsorge-Programm. Seit damals gilt sie als gesund.

Sechs Trainingseinheiten pro Woche

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Denn eine Krebserkrankung ist immer ein Einschnitt im Leben und eine große Belastung. "Damals war ich sauer auf Gott und die Welt. Meinen 20. Geburtstag musste ich auf der Intensivstation verbringen", erinnert sich die Linzerin, die ursprünglich aus dem Bezirk Rohrbach stammt. Zu diesem Zeitpunkt war noch ungewiss, ob die leidenschaftliche Sportlerin jemals wieder Bewegung wie früher machen kann. "Ich dachte, das mit dem Sport wird jetzt gelaufen sein. Langsam musste ich mich wieder in den Alltag zurückarbeiten", sagt die damalige Büroangestellte. "Ich habe viel trainiert, oft fünf- bis sechsmal pro Woche. Nach einem Jahr bin ich das erste Mal wieder einen Berg hinaufgegangen. Nach zwei Jahren habe ich mir dann den ersten Halbmarathon vorgenommen", so Mühlbauer.

Ihr jüngstes Erfolgserlebnis war die Besteigung des Sechstausenders Chachani in Peru. Das Bild beim Gipfelkreuz schickte sie an ihren behandelnden Chirurgen Oberarzt Dr. Florian Tomaselli, als Aufmunterung für andere junge Lungenkrebs-Patienten.

Daniela Mühlbauer
Foto: privat

Ob jeder nach einem so schweren Eingriff zu solchen Höchstleistungen fähig ist?

"Daniela Mühlbauer zeichnet ihre mentale Stärke aus, natürlich ist nicht jeder Patient so. Trotzdem ist sie ein gutes Beispiel, was möglich ist", so der Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie.

Natürlich durchlief auch die junge Patienten so manche seelische Krise: "Die ersten zwei bis drei Monate habe ich gehadert und war demotiviert. Ich war auch anfälliger für Atemwegsinfekte. Diese haben mich gleich einen Monat außer Gefecht gesetzt", erinnert sich die junge Frau, die jetzt in ihrem Traumberuf als Physiotherapeutin arbeitet. Vor allem die Unterstützung von Familie und Freunden haben ihr gut getan.

Text: Dietlind Hebestreit/OÖN, 17. August 2016