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Ordensklinikum Linz

"Ois is besser als tot zu sein."

Am 12. Jänner 2016 wird LASK-Legende Heli Köglberger 70 Jahre alt. Dass er diesen Geburtstag feiern darf, verdankt er jenem Arzt, in dessen Hände sich der ehemalige Fußballer begab, als bei ihm bei einer Ultraschall-Untersuchung eher zufällig ein Bauchaorten-Aneurysma festgestellt wurde. "Das Gefährliche an dieser Erweiterung der Hauptschlagader im Bauch ist, dass sie keinerlei Beschwerden macht. Erreicht sie eine gewisse Größe, kann es zu schweren inneren Blutungen mit lebensgefährlichen Folgen kommen", erklärt Primar Manfred Gschwendtner, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologe im Krankenhaus der Elisabethinen Linz.

"Wenn man weiß, dass man mit so etwas im Bauch leben muss, hat man ständig Angst. Wenn’s irgendwo zwickt, glaubt man gleich, dass es jetzt aus ist und das wollte ich natürlich nicht. Mein Lebensmotto lautet nämlich: Ois is besser als tot zu sein", erzählt Heli Köglberger, der sich am 7. Mai dieses Jahres operieren ließ. Primar Gschwendtner implantierte ihm – schonend über die Leistenarterie – ein Stückchen Hightech, das sich "Prothese" (siehe Bild) nennt. "Damit ist die Gefahr des Zerreißens gebannt."

Seit 1995 hat der oberösterreichische Mediziner diesen Eingriff – im ersten Jahr als erster im Land – schon 600 Mal durchgeführt. Die meisten seiner Patienten sind Männer, die älter als 65 Jahre sind. "Fünf Prozent aller männlichen Österreicher haben in diesem Alter ein Aorten-Aneurysma. Erreicht es eine Größe von fünf Zentimetern, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es innerhalb eines Jahres platzt, bei zehn Prozent". Die Chance, mit dem Leben davonzukommen, ist sehr gering, weil der Blutverlust in kürzester Zeit sehr, sehr hoch ist. Viele Prominente sind übrigens an dieser Form der Gefäßwandschwäche verstorben etwa Albert Einstein, Thomas Mann und die ehemalige Innenministerin Liese Prokop. "80 Prozent der Betroffen rauchen oder haben geraucht, leiden an Bluthochdruck und Gefäßverkalkung", sagt Primar Gschwendtner.

LASK-Legende Helmut Köglberger
Foto: Volker Weihbold

All diese Risikofaktoren trafen auch auf Heli Köglberger zu. "Natürlich hab’ ich geraucht, weil das früher alle getan haben! Heute weiß ich, dass das nicht g’scheit war. Ich hab’ ja auch schon zwei Stents im Herzen", sagt Köglberger, der sich auf seinen runden Geburtstag im Jänner freut: "Danke, Herr Doktor – ich kann feiern und brauch’ mich nicht mehr fürchten!" Die beste Methode, um ein Aorten-Aneurysma zu erkennen, ist eine Ultraschalluntersuchung.

Text: Barbara Rohrhofer/OÖN