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Ordensklinikum Linz

Morbus Addison

In der Rinde der Nebennieren werden lebenswichtige Hormone produziert. Ein Ausfall dieser Körperfunktion wird Morbus Addison genannt. Die fehlenden Hormone müssen mittels Medikamenten lebenslang ersetzt werden.

Die Nebennieren besitzen für den Körper eine lebenswichtige Funktion. Im Fall von Morbus Addison besteht eine Unterfunktion der Nebennierenrinde, welche zu einer verminderten Hormonproduktion führt. Ein wichtiges Hormon, das dort gebildet wird ist Kortisol, unser Notfallhormon für Stresssituationen. Das Hormon beeinflusst auch den Blutdruck und ist für den Antrieb (Energiehaushalt) und die Immunabwehr wichtig. Weiters werden in der Nebennierenrinde Sexualhormone und Aldosteron gebildet. Aldosteron reguliert den Mineralienhaushalt des Körpers.

„Morbus Addison zählt zu den seltenen Erkrankungen, die Zahl der Betroffenen jedoch nimmt zu. Warum die Zahlen steigen, ist unbekannt“, sagt Oberarzt Dr. Friedrich Fitz von der Abteilung Nuklearmedizin & Endokrinologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.

Primäre Form

80 Prozent der Betroffenen leiden an der primären Form des Morbus Addison, bei der das Gewebe der Nebenniere aufgrund einer Autoimmunerkrankung (das Immunsystem reagiert falsch und attackiert die Nebenniere) ganz oder teilweise zerstört wird. Betroffen sind vor allem Menschen, die bereits an einer oder mehreren Autoimmunerkrankungen (etwa Diabetes mellitus Typ I) leiden. 40 Prozent leiden an mehreren Autoimmunerkrankungen, der Rest weist Morbus Addison isoliert auf.

Sekundäre Form

Die sekundäre Form des Morbus Addison fußt auf einer Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder des Hypothalamus. Diese Steuerungszentren im Gehirn können etwa durch einen Tumor oder eine Blutung gestört werden. Die Folge ist wiederum eine reduzierte Hormonproduktion in der Nebenniere. Auch eine Operation an der Hirnanhangdrüse (etwa um eine Metastase zu entfernen) kann die Hormonproduktion stören. Ebenso kann die Hirnanhangdrüse von einer Autoimmunerkrankung betroffen sein. In all diesen Fällen muss das fehlende Hormon ersetzt werden.


Quelle: "OÖN" vom 9. April 2018, Dr. Thomas Hartl - lesen Sie hier den gesamten Artikel.

OA Dr. Friedrich Fitz
OA Dr. Friedrich Fitz (Abteilung für Nuklearmedizin und Endokrinologie)