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Ordensklinikum Linz

Mehrheit der Frauenärzte rechnet mit Babyboom

Datum: 12.05.2020

Umfrage ergab, dass mit steigenden Geburtenzahlen gerechnet wird, Generation "Coronials" zu Weihnachten


Es gibt erste Hinweise darauf, dass sich die häusliche Isolation während der Corona-Krise positiv auf die Geburtenrate auswirken könnte: Primar Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Spitalspartner Ordensklinikum Linz und Konventhospital Barmherzige Brüder, hat in den vergangenen Tagen eine Umfrage unter 47 niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten in ganz Oberösterreich durchgeführt.
"Die Mehrheit berichtet darüber, dass sie derzeit in ihren Ordinationen mehr Frauen untersucht, die gerade am Beginn ihrer Schwangerschaft stehen, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", sagt Hefler. "Das würde bedeuten, dass wir uns in knapp neun Monaten auf einen Babyboom in unseren Krankenhäusern einstellen können", sagt Hefler, relativiert jedoch, dass die Umfrage noch Unschärfen habe. Aber immerhin gehen 55,2 Prozent seiner Kollegen von einem Zuwachs aus. 38,3 Prozent glauben an eine unveränderte Schwangerschaftsrate, und nur 6,5 Prozent sehen eine Reduktion.


In der Vergangenheit gab es immer wieder Beispiele dafür, dass die Geburtenraten nach einschneidenden Ereignissen tatsächlich gestiegen sind. Das war beispielsweise nach den beiden Weltkriegen der Fall. Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es US-Studien, die besagten, dass neun Monate nach Hurrikan-Warnungen die Geburtenraten gestiegen waren. Ein anderes berühmtes Beispiel: Am 9. November 1965 hatten 30 Millionen Menschen in New York keinen Strom. Neun Monate später stiegen die Geburtenzahlen, das berichtete jedenfalls die "New York Times". Haken daran: Nicht alle Krankenhäuser wurden berücksichtigt, und am Ende war die Geburtenrate im Schnitt nicht höher als normal. Der Mythos Krisenbaby aber blieb.


Räumliche und körperliche Nähe

Die einfache Erklärung der steigenden Zahlen an Schwangerschaften nach dem Shutdown im März 2020: Viele Paare seien sich während der Ausgangsbeschränkungen nicht nur räumlich, sondern auch körperlich nähergekommen. Im Netz kursiert bereits ein Name für den Nachwuchs, der in der Isolation der vergangenen Wochen gezeugt worden ist: Generation "Coronials".

Quelle: OÖN/Rohrhofer

Prim Lukas Hefler