Aktuelles

Ordensklinikum Linz

Fieber bei Babys und Kleinkindern: Immer an Harnwegsinfekt denken!

Schnelle Antibiotika-Behandlung ist notwendig, ein kleiner operativer Eingriff beseitigt die Ursache. Wenn Babys und Kleinkinder an einer Blasenentzündung leiden, können die sehr typischen Symptome wie Brennen und häufiger Harndrang völlig fehlen. "Oftmals haben die Kleinen eine fahle Hautfarbe, entwickeln eine Trinkschwäche, haben Fieber und weinen viel", sagt Primar Josef Oswald, Vorstand der Abteilung für Kinderurologie. "Wird die Entzündung vom Haus- oder Kinderarzt diagnostiziert, muss unbedingt mit einem Antibiotikum behandelt werden, da der Infekt ansonsten zu den Nieren aufsteigen und dort Narben hinterlassen kann, die im späteren Alter zu schwerwiegenden Schäden dieser Organe führen können."  

Kürzere weibliche Harnröhre

Deshalb empfiehlt der Urologe, bei unklaren Krankheitssymptomen im Kleinkindalter nicht nur an das Drei-Tages-Fieber, sondern auch immer an eine Blasenentzündung zu denken. Etwa acht Prozent aller Mädchen und ein Prozent aller Buben machen bis zur Pubertät mindestens einen Harnwegsinfekt durch. Mädchen sind deshalb mehr betroffen, weil ihre Harnröhre wesentlich kürzer ist und die Bakterien einen kürzeren Weg zurücklegen müssen. "Wenn kleine Kinder an dieser Infektion leiden, sollte man auf jeden Fall eine eventuelle Fehlbildung im Genitaltrakt abklären lassen. "Wir sehen häufig, dass Blasenentzündungen im Kleinkindalter durch einen speziellen Reflux, der ein Zurückfließen des Urins aus der Harnblase in den oberen Harntrakt bewirkt, verursacht werden", erklärt Oswald. Die Ursache ist ein "defekter Verschlussmechanismus". Mittels moderner Methoden kann dieser Reflux mit einem kleinen Eingriff, der direkt über die Harnröhre durchgeführt wird, behoben werden.           

Aufsteigende Bakterien         

In den meisten Fällen sind für eine Harnröhren- oder Blasenentzündung aufsteigende Bakterien verantwortlich. Normalerweise sind diese Organe nur von wenigen Bakterien besiedelt, da der ständig durchfließende Urin die Harnwege auswäscht und der Blasenschließmuskel eine Barriere für aufsteigende Keime bildet. Bei einem übermäßigen Eindringen der Krankheitserreger in die Harnröhre können diese Reinigungsmechanismen versagen - und die Bakterien breiten sich in der Blase aus. Ein Symptom des Harnwegsinfekts ist bei älteren Kindern das Brennen beim Wasserlassen. Außerdem müssen Betroffene öfter als sonst auf die Toilette. Ein weiteres Symptom bei Kindern kann ein unbeabsichtigtes Einnässen sein. Die Diagnose erfolgt, indem der Harn auf Bakterien und weiße Blutkörperchen untersucht wird.   

Untersuchungsszene
     

Blasenschule

Kinder, hier insbesondere Mädchen, neigen oftmals dazu, die Blase beim Gang auf die Toilette nicht vollständig zu entleeren. Im Restharn, der in der Harnblase verbleibt, können sich die Bakterien vermehren. In der Blasenschule im Spital der Barmherzigen Schwestern lernen betroffene Mädchen, dass sie ihr Verhalten verändern. Die Kinder werden angehalten, ein "Blasentagebuch" zu führen, in dem sie eintragen, wie viel getrunken und uriniert wird. Auch die richtige Sitzposition auf der Toilette kann verhindern, dass Restharn in der Harnblase zurückbleibt und Probleme bereitet

 

Nähere Informationen:

Kinderurologie