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Ordensklinikum Linz

Dos and Don'ts für die Leber

Schon der griechische Arzt Hippokrates wusste, wie wichtig die Ernährung für die Gesunderhaltung des Körpers ist. Auch für die Leber gibt es Substanzen, die man lieber meiden sollte und solche, die man unbedenklich konsumieren kann. Wir haben mithilfe von Johanna Picker, BSc, leitender Diätologin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, einige von Ihnen aufgelistet.

+ (Leberschützende Mittel)

- (Leberschädigende Mittel)

Kaffee

2 Tassen Kaffee (oder mehr) senken das Risiko für Leberverfettung und Leberfibrose

3 Tassen oder mehr verringern das Fortschreiten von Hepatitis C

4 Tassen oder mehr wirken der Entstehung von Leberzirrhose entgegen. Auch das Risiko für primären Leberkrebs (HCC) reduziert sich um 40%, wenn Kaffee getrunken.  

Außerdem wirkt sich Kaffeekonsum positiv auf den Grad der Leber-Verfettung, Fibrose und Entzündung aus. Wirksame Substanzen sind Koffeein, clorogene Säuren sowie Cefestol und Kahweol (antioxidativ).

Palmöl

Bereits eine einmalige Aufnahme einer höheren Menge kann zu einer erhöhten Fetteinlagerung in der Leber führen.

Palmöl fördert außerdem die Entstehung von Insulinresistenz. D. h. der Körper wird weniger sensibel für Insulin, das den Blutzucker absenkt. Palmöl greift in den Stoffwechsel der Leber ein.

Mariendistel

Hilft bei der Lebervergiftung vor allem durch  Knollenblätterpilz. Das enthaltene „Silymarin“ ist ein Gegenspieler für Lebergifte. Es regt die Bildung neuer Leberzellen an und fördert die hepatale Regenerationsfähigkeit.

Alkohol

Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Leber, fördert die Entstehung einer Fettleber und in weiterer Folge einer Leberzirrhose.

Harmlosigkeitsgrenze für Männer: 24 g Alkohol/d (1/4 l Wein oder ½ l Bier)

Harmlosigkeitsgrenze für Frauen: 16 g Alkohol/d

An mindestens 2 Tagen pro Woche sollte gar kein Alkohol konsumiert werden, damit die Leber vollständig entgiften kann.

Artischocke

Regt die Regeneration der Leberzellen (Hepatocyten) an und wirken präventiv gegen Typ II Diabetes. Forschungen weisen außerdem darauf hin, dass sie gegen Übergewicht, hepatale Entzündung und Fibrose wirken.

Fruktose oder Fruchtzucker

wird oft günstig aus Mais gewonnen und von der Leber abgebaut. Eine Überschüttung belastet die Leber und fördert die Entstehung von NASH, einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung („Non-Alcoholic Steatohepatitis“), die bei bei ca. 10- 20 % zu Leberzirrhose und HCC führt.

Oder Fruchtzucker,  gesüßte Lebensmittel enthalten zwar häufig weniger Kalorien, von ihnen geht aber dennoch eine Gefahr für die Gesundheit aus.

Mehr als 10x so süß wie Traubenzucker (Glukose), daher reichlicher Einsatz in der Lebensmittelindustrie

Hoher Fruktosekonsum kann bei der Entstehung von NASH eine Rolle spielen

Fruktose wird über die Leber verstoffwechselt, aus überschüssiger Fruktose bildet die Leber Triglyceride – dies trägt zur Leberverfettung bei bzw. kann zur Erhöhung der Serumtriglyceride führen.

Kaffeetasse mit Bohnen

 

Weitere präventive Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Leber sind:

  • Lifestyle-Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes usw. vermeiden
  • fettarme Lebensmittel mit guter Fettqualität sowie ausreichend Ballaststoffe konsumieren
  • regelmäßige Bewegung = gleichzeitig auf Therapie der NASH

 

Nähere Informationen:

Ernährungsberatung und Diätologie


„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel sein“.
Hippokrates von Kos, antiker Arzt