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Ordensklinikum Linz

Die 10 häufigsten Fragen zum Thema Lebendnierenspende

Welche Vorteile bietet eine Lebendnierenspende?

Organe von blutsverwandten, aber auch nicht blutsverwandten LebendnierenspenderInnen funktionieren im Durchschnitt länger als Organe von verstorbenen SpenderInnen u.a. weil die Spenderniere bei einer Lebendnierenspende wesentlich weniger lang nicht durchblutet ist als bei einer Nierenspende von einem Verstorbenen. Eine Nierentransplantation ermöglicht den Empfängern wieder ein nahezu normales Leben zu führen. Auch die Arbeitsfähigkeit der Empfänger bleibt in der Regel weitgehend erhalten bzw. wird wieder hergestellt.

Mit einer Lebendnierenspende kann nicht nur die Wartezeit auf ein Organ eines verstorbenen Spenders verkürzt werden, sondern der Empfänger in der Regel ein besseres sowie längeres Leben führen.

 

Wie hoch ist das Risiko bei der Spende zu sterben?

Die Sterblichkeit nach der Nierenentnahme ist extrem gering, auch wenn es einige wenige Berichte über Todesfälle gibt. Eine größere Untersuchung aus den U. S. A. berichtet über 5 Todesfälle bei 19.368 Lebendspenderinnen und Lebendspendern. Die Risiken für Empfänger und Spender haben sich durch operationstechnische Entwicklungen kontinuierlich reduziert. Deshalb ist auch die Anzahl der Lebendnierenspenden in Österreich stetig steigend.

 

Habe ich als Lebendnierenspenderin/Lebendnierenspender ein erhöhtes  Risiko, selbst einmal ein Nierenversagen zu erleiden?

Kaum. Es wird penibel darauf geachtet, dass nur gesunde Menschen zur Nierenspende zugelassen werden. Als Nierenspender liegt das Risiko eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion zu erleiden zwischen 0.04 % und 0.3 %.  Zum Vergleich: Eine Person aus der Durchschnittsbevölkerung hat eine Wahrscheinlichkeit von ca. 0.03 %, im Laufe des Lebens eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion zu erleiden.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Spender achtsam mit seinem Körper umgeht und gesundheitsbewusst lebt.

 

Was, falls die verbliebene Niere des Spenders/der Spenderin doch einen Schaden nimmt?

Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, dass sich der Spender selbst bei der Stiftung Eurotransplant für eine Spenderniere anmeldet. Er wird in der Warteliste vorgereiht. Pro Jahr werden durch Eurotransplant ca. 7 000 Spenderorgane erfolgreich vermittelt. Die Stiftung vermittelt und koordiniert den internationalen Austausch von gespendeten Organen in acht europäischen Ländern mit einem  Einzugsgebiet, in dem 134 Millionen Menschen leben.

 

Wie hoch ist das Risiko, dass die gespendete Niere versagt?
In der Regel funktionieren nach einem Jahr ca. 95 % aller Lebendnierentransplantate. D. h. ca. 5 % der Transplantate verlieren ihre Funktion im ersten Jahr. Im Mittel funktionieren nach 10 Jahren noch ca. 65 %. Im Vergleich dazu funktionieren nur noch 50 % der Nieren von verstorbenen Organspenderinnen und Organspendern nach 10 Jahren (Quelle: Eurotransplant International Foundation). Die wichtigsten Ursachen des frühen Transplantatverlustes sind: chirurgische Komplikationen bei den Empfängern sowie akute und chronische Abstoßungen.

 

Wie lange muss man bei einer Lebendnierenspende im Krankenhaus bleiben?

ca. 7 Tage

Organbehältnis

Ab wann ist man danach wieder arbeitsfähig?

Es wird allgemein eine Erholungsphase von mindestens 4 Wochen vom Tag der Operation an empfohlen. Leichtere Tätigkeiten (z. B. Büroarbeit) können meist schon früher wieder aufgenommen werden, schwere körperliche Arbeit sollte erst nach 6 bis 8 Wochen wieder begonnen werden.

 

Wer kann eine Niere spenden?

Prinzipiell kann jede Person eine Niere spenden, die folgenden Kriterien erfüllt:

  • Die Spende muss freiwillig sein
  • Der/die SpenderIn muss mindestens 18 Jahre alt sein laut §8(1) OTPG (keine generelle Altersobergrenze)
  • Der/die SpenderIn muss zwei gesunde, normal funktionierende Nieren  haben. Es dürfen beim Spender/der Spenderin keine relevanten Vorerkrankungen wie z.B.  Zuckerkrankheit, Herzerkrankung, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit oder psychische Erkrankungen vorliegen
  • Ein eventuell früher aufgetretenes und behandeltes Tumorleiden beim Spender muss als geheilt eingestuft worden sein
  • extremes Übergewicht sollte vermieden werden, weil es ein beträchtliches Operationsrisiko bedeutet 


Können Großeltern eine Niere spenden?

Ja. Falls es aus medizinischer Sicht keine Gegenanzeigen gibt, ist dies möglich und vor allem bei Kindern sowie jungen Erwachsenen anzustreben, da bei einer „begrenzten Funktionsdauer“ einer transplantierten Niere weitere Lebendspenderinnen/Lebendspender zu einem späteren Zeitpunkt noch zur Verfügung stehen (z. B. Eltern).

 

Bereuen frühere Nierenspenderinnen und Nierenspender, ihr Organ gegeben zu haben?

Auf die Frage „Wenn Sie erneut vor die Entscheidung gestellt wären, eine Niere zu spenden, würden Sie sich wieder für eine Organspende entscheiden?“  haben 95 % der Nierenspender des Schweizer Lebendspenderregisters mit Ja und 5% mit Nein geantwortet. Befragt wurden 393 LebendnierenspenderInnen aus den Jahren 1998 bis 2007.

 

Nähere Informationen:

Nephrologie Elisabethinen